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Ärzte: Allgemeinmedizin im Studium stärken

12.02.2016

Berlin (dpa) -  Um den Mangel an Hausärzten zu beheben, muss nach Einschätzung von Experten die Allgemeinmedizin im Studium gestärkt werden. Gelinge es, die Fachrichtung Allgemeinmedizin fester und zentraler in Studium und Weiterbildung zu verankern, könnte das bisher eher zurückhaltende Interesse junger Mediziner an dieser so wichtigen Richtung geweckt werden, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) am Freitag in Berlin.

Ihr Präsident, der Frankfurter Mediziner Ferdinand Gerlach, wies darauf hin, dass aktuell nur jeder zweite Hausarzt einen Nachfolger finde. Dies sei nicht nur ein Problem im ländlichen Raum, sondern inzwischen auch in sozial schwächeren Bezirken größerer Städte.

Das bedeute, dass mindestens doppelt so viele Fachärzte für Allgemeinmedizin ausgebildet werden müssten, wie dies derzeit der Fall sei, argumentierte Gerlach, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist. Gut ein Drittel könne sich eine Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin vorstellen. Doch nur zehn Prozent wählten letztlich diesen Weg.

Das Potenzial sei also vorhanden, es müsse nur noch gefördert werden. Einen Durchbruch erhofft sich die Gesellschaft vom «Masterplan Medizinstudium 2020», den derzeit eine gemeinsame Konferenz der Gesundheits- und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern erarbeitet. Eines der drei erklärten Ziele sei eine Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium. Zudem stehe in den nächsten Monaten eine Entscheidung über die Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin kombiniert in Kliniken und Praxen an.