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Allgemeinmediziner: Brauchen mehr Hausärzte und Reform des Studiums

22.02.2016

Berlin (dpa) - Deutschland braucht nach den Worten des Frankfurter Allgemeinmediziners Ferdinand Gerlach dringend mehr Hausärzte. Um dies zu erreichen, müsse vor allem auch das Fach Allgemeinmedizin im Studium gestärkt werden, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) der Deutschen Presse-Agentur. «Wir stehen vor einer wirklich besorgniserregenden Entwicklung. Nur jeder zweite Hausarzt, der aus Altersgründen ausscheidet, findet derzeit einen Nachfolger.» Mehr und mehr Orte würden bei dieser Entwicklung künftig keinen Hausarzt haben.

«Wir müssten mindestens doppelt so viele Fachärzte für Allgemeinmedizin weiterbilden, wie wir dies derzeit tun», sagte Gerlach, der seit 2012 auch Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist. Um diesem Ärztemangel zu begegnen, sollen mehr junge Ärztinnen und Ärzte für eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin interessiert werden. Die Gesundheits- und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern wollen daher in den nächsten Monaten einen «Masterplan Medizinstudium 2020» erarbeiten.

Gerlach erläuterte, mit dem Masterplan werden eine gezieltere Auswahl der Studienplatzbewerber und mehr Praxisnähe verfolgt. Zudem solle nicht mehr nur die spezialisierte High-Tech-Medizin an Universitätskliniken im Zentrum der Ausbildung stehen, sondern auch der Generalist, der den ganzen Menschen als Patienten im Blick habe. Der Hausarzt und Allgemeinmediziner habe ein Imageproblem innerhalb der Ärzteschaft, das zum Wohle des Patienten dringend abgebaut werden müsse, machte Gerlach deutlich.