Agenturmeldungen

Das Embryonenschutzgesetz

22.03.2016

Berlin (dpa) - In Deutschland ist es verboten, ein Kind von einer Leihmutter austragen zu lassen. Nach dem Embryonenschutzgesetz (Paragraf 1) wird mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldbuße bestraft, «wer es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen menschlichen Embryo zu übertragen». Bestraft wird in diesen Fällen der Mediziner, nicht die spendende und nicht die empfangende Frau.

Aber wie in einigen anderen Staaten ist es auch in Deutschland möglich, sogenannte überzählige Embryonen zur Austragung durch eine andere Frau weiterzugeben (Embryospende oder Embryoadoption), etwa, weil diese keine eigenen Kinder bekommen kann. Diese Embryonen werden künstlich, außerhalb der Frau erzeugt, von der die Eizelle dazu stammt (In-vitro-Zeugung).

Nun dürfen innerhalb eines Zyklus maximal drei Embryonen auf die Frau, von der die Eizelle stammt, übertragen werden. Wenn diese Frau aber nicht alle zu ihrer Schwangerschaft angelegten Embryonen benötigt, bleiben einige Embryonen übrig und können eben unter bestimmten Voraussetzungen weitergegeben werden.

Wird die künstliche Befruchtung schon mit der Absicht vorgenommen, den Embryo auf eine andere Frau zu übertragen, verstößt der Arzt ebenfalls gegen das Embryonenschutzgesetz (Paragraf 1). Denn danach wird «bestraft, wer künstlich bewirkt, dass eine menschliche Samenzelle in eine menschliche Eizelle eindringt, oder eine menschliche Samenzelle in eine menschliche Eizelle künstlich verbringt, ohne eine Schwangerschaft der Frau herbeiführen zu wollen, von der die Eizelle stammt».

Grundsätzlich wollte der Gesetzgeber mit dem Gesetz der Embryospende jeglicher Form von Ersatzmutterschaft einen Riegel vorschieben. Er lässt jedoch Ausnahmen zu.