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Erste Hinweise: Hirnstimulation verbessert Sprechen nach Schlaganfall

17.03.2016

Düsseldorf (dpa) - Jeder dritte Schlaganfall-Patient leidet an einer Sprachstörung (Aphasie) und kann zum Beispiel Objekte nicht mehr benennen. Neurologen ist es in einer ersten kleinen Studie gelungen, mit Hilfe von äußerlichen elektrischen Reizen am Kopf die Sprachfähigkeit von Schlaganfall-Patienten zu verbessern. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag in Düsseldorf bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (DGKN) vorgestellt.

Für die Studie wurden 26 weibliche und männliche Patienten mit chronischer Aphasie acht Tage zweimal 20 Minuten täglich mit Gleichstromstimulation behandelt. Gleichzeitig machten die Patienten für etwa drei Stunden ein Sprachtraining, bei dem sie neu lernen sollten, Objekte wie «Kerze» oder «Luftballon» zu benennen. Eine Gruppe bekam während des Trainings die elektrische Stimulation, die zweite Gruppe erhielt nur eine Scheinstimulation.

Die Gruppe mit der Stimulation habe stärkere Fortschritte gemacht, sagte Professorin Agnes Flöel, Neurologin an der Berliner Charité. «In jeder Sitzung hat man einen etwas größeren Lernzuwachs als bei der Gruppe mit Scheinstimulation festgestellt.» Die Ergebnisse sollen demnach nun in einer größeren Folgestudie geprüft werden.