Agenturmeldungen

Kassen-Ärzte wollen ihre Bereitschaftsnummer 116117 bekannter machen

11.10.2017

Berlin (dpa) - Die Kassen-Ärzte wollen ihren Bereitschaftsdienst
ausbauen und die Bereitschaftsnummer 116117 bei Patienten bekannter
machen. Dazu riefen sie die bundesweiten Tage des
Bereitschaftsdienstes mit vielen Aktionen aus. Mit einem Info-Paket
soll den Patienten in den Wartezimmern von Arztpraxen vermittelt
werden, zu welchem Anlass sie die 116117 und wann sie den Notruf 112
wählen sollten.

Immer noch gehen zu viele Patienten mit zum Teil geringfügigen
gesundheitlichen Problemen direkt in die Notfallambulanzen der
Krankenhäuser. Dort kommt es dann häufig zu langen Wartezeiten und
Überlastung der behandelnden Krankenhaus-Ärzte.

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV),
Andreas Gassen, erläuterte am Mittwoch in Berlin, wenn ein Patient
außerhalb der Praxisöffnungszeiten ärztliche Behandlung brauche, es
sich aber nicht um einen Notfall handele, könne er sich an den
ärztlichen Bereitschaftsdienst der regionalen Kassenärztlichen
Vereinigungen wenden. Dazu müsse er nur die bundesweite
Bereitschaftsdienstnummer 116117 wählen.

Die Kassen-Ärzte wollen deshalb ihre Bereitschaftsdienste weiter
ausbauen, wie KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte. Die jeweiligen
Kassenärztlichen Vereinigungen sollen dafür passende Lösungen für die
Bereitschaftsdienste in ihrer Region festlegen. Möglich seien je nach
regionaler Organisation des Bereitschaftsdienstes Hausbesuche,
Notfallpraxen oder Bereitschaftsdienstzentren der Kassenärztlichen
Vereinigungen, sagte Gassen.

Zudem solle eine bestimmte Zahl von sogenannten Portalpraxen an
Kliniken angesiedelt werden. Dort solle dann von Vertragsärzten und
Klinikärzten gemeinsam entschieden werden, ob der jeweilige Patient
tatsächlich ins nahegelegene Krankenhaus müsse oder direkt in der
Portalpraxis ambulant versorgt werden könne.