Agenturmeldungen

Psychotherapeuten: Patienten-Gespräche bei BKA-Reform schützen

20.03.2017

 Berlin (dpa) - Die Psychotherapeuten haben die Bundesregierung
aufgefordert, ihre Gespräche mit Patienten bei der Reform des
Bundeskriminalamtsgesetzes (BKA-Gesetz) besser zu schützen. «Der
Gesetzentwurf hat noch gravierende Lücken», stellt der Präsident der
Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz, am Montag in Berlin
anlässlich der Beratung des Gesetzes im Innenausschuss des
Bundestages fest. «Die Gespräche mit Psychotherapeuten gehören zum
Kernbereich privater Lebensführung, der absolut zu schützen ist und
bei dem staatliche Überwachung unzulässig ist.»

Anders als Gespräche von Geistlichen, Strafverteidigern,
Abgeordneten, Rechtsanwälten und Kammerrechtsbeiständen seien die
anderer Berufsgeheimnisträger wie Psychotherapeuten nicht ausreichend
geschützt. Damit werde die Offenheit des Therapie-Gesprächs
gefährdet, erläuterte die Kammer. Alle Patienten müssten die
Möglichkeit haben, sich jederzeit an einen Psychotherapeuten wenden
zu können. «Dies gilt insbesondere auch für psychisch kranke,
potenzielle Gewalttäter, auf die noch therapeutisch Einfluss genommen
werden könnte», hieß es in einer Stellungnahme.

Das BKA-Gesetz soll bereits am Donnerstag im Bundestag verabschiedet
werden.