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Report: Ost-West-Gefälle bei Herzinfarkt-Toten - Soziale Ursachen

27.01.2016

Berlin (dpa) - In den östlichen Bundesländern sterben immer noch deutlich mehr Menschen an einem Herzinfarkt als im Westen. Dieses starke Gefälle hängt Experten zufolge auch mit sozialen Faktoren zusammen. In Ländern mit überdurchschnittlich vielen Infarkt-Toten wie Sachsen-Anhalt sei auch der Anteil an Arbeitslosen und gering Gebildeten erhöht, sagte Prof. Andreas Stang (Uniklinik Essen) am Mittwoch in Berlin bei der Präsentation des Deutschen Herzberichts 2015. Der Report der Deutschen Herzstiftung und mehrerer ärztlicher Fachgesellschaften listet umfassende Daten zur Herzgesundheit auf.

Die gesellschaftliche Situation in vielen östlichen Bundesländern gehe einher mit Stress und negativen Folgen für den Lebensstil: Zum Beispiel seien Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht stärker verbreitet und erhöhten das Risiko eines Infarktes.

Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt: Dort wurden 2013 mehr als doppelt so viele Herzinfarkt-Tote pro 100 000 Einwohner gezählt wie in Schleswig-Holstein, wo die Werte am niedrigsten lagen. Eine Rolle spielt Experten zufolge aber auch, dass das Versorgungsnetz im Osten Deutschlands weniger dicht ist und dort mehr ältere Menschen leben.