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Sozialverband: Geplantes Gesetz für Behinderte reicht nicht

12.01.2016

Berlin (dpa) - Der Sozialverband VdK hat mehr Tempo bei der Umsetzung von Barrierefreiheit bei Gebäuden, Verkehrsmitteln und Internet gefordert. Verkehrsanlagen, Wohnungen, Medien müssten zugänglich für Behinderte werden, forderte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am Dienstag in Berlin. Auch ein Gesetz, das an diesem Mittwoch das Bundeskabinett passieren und Verbesserungen bringen soll, reiche nicht aus. 

Die Regierung wolle zwar Einrichtungen der Bundesverwaltung zu Barrierefreiheit für Behinderte verpflichten, nicht aber private Firmen. Nur gut die Hälfte der 5400 Bahnhöfe seien barrierefrei. Im Internet klickten die 1,2 Millionen sehbehinderten oder blinden Menschen ins Nichts. 96 Prozent der TV-Angebote der acht größten Privatsender seien für Gehörlose im vergangenen Jahr nicht untertitelt gewesen. Zwei Millionen altersgerechte Wohnungen fehlten.

Nötig seien klare Vorgaben, damit Wohnungen, Gebäude, Verkehrsmittel, private Dienstleistungen und Güter für alle zugänglich werden. Der VdK startete eine breite Kampagne für «ein barrierefreies Deutschland».