Agenturmeldungen

Stiftung verlangt bessere Betreuung für Sterbende

13.10.2017

Berlin (dpa) - Deutschland braucht nach Ansicht der Deutschen

Stiftung Patientenschutz dringend mehr professionelle und mobile

Teams für die Sterbebegleitung. Bisher gebe es kein Konzept, «jedem

Sterbenden die Fürsorge zu garantieren, die er benötigt», sagte

Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur aus

Anlass des Welthospiztages an diesem Samstag (14. Oktober). «In den

Koalitionsverhandlungen wird es darauf ankommen, die palliative und

hospizliche Versorgung für jährlich eine halbe Million sterbender

Menschen zu sichern.»

 

«Der Welthospiztag ist ein Appell, sich die Sorgen und Nöte der

Sterbenden bewusst zu machen»,sagte Brysch weiter. «Jährlich sterben

hierzulande rund 925 000 Menschen. Aber nur 30 000 Schwerstkranke

haben die Chance, in einem der 236 stationären Hospize zu sterben»,

wo sie von spezialisierten Pflegekräften, niedergelassenen

Palliativärzten und ehrenamtlichen Hospizhelfern umsorgt würden.

 

Rund 430 000 Patienten erlebten ihre letzten Tage im Krankenhaus. Auf

einer Palliativstation mit entsprechenden Fachkräften sterben laut

Brysch aber nur 17 000 Menschen. Für 96 Prozent der Sterbenden in

einer Klinik gebe es also keine Gewähr, dass in den Sterbestunden

eine Fachkraft zur Seite stehe. «Gerade zur Nachtzeit kümmert sich

ein Pfleger nicht selten um mehr als 25 Patienten. Da ist eine

würdevolle Begleitung nicht möglich.»

 

Noch dramatischer sei die Situation für die 345 000 Sterbenden in

Pflegeheimen, so Brysch. Denn hier sei das Missverhältnis von

Pflegekraft zu Bewohnern noch größer. An der Hand eines Menschen zu

sterben und Hospizarbeit zu erleben, sei für die meisten Heimbewohner

Illusion.

 

Der Gesetzgeber setze darauf, viele Lücken durch Ehrenamtliche zu

schließen. Wie das mit rund 40 000 freiwilligen Helfern möglich sein

soll, sage er aber nicht. Aktuell leisteten sie bereits 50 000

Sterbebegleitungen im Jahr. Das sei eine wertvolle Hilfe für die 5,4

Prozent der Sterbenden und ihre Angehörigen, die damit erreicht

würden. Und «es ist gut, dass jetzt jeder ehrenamtliche Hospizdienst

je Sterbebegleitung bis zu 2100 Euro erhält», unterstrich Brysch.