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Trendumkehr bei Tuberkulose: Mehr Fälle in Deutschland

14.03.2016

Berlin (dpa) - Die Zahl der Tuberkulosefälle hat sich 2015 in Deutschland deutlich erhöht. Ein erheblicher Teil des Anstiegs geht darauf zurück, dass Gesundheitsämter wegen der großen Flüchtlingszahlen mehr Reihenuntersuchungen machten und so mehr Kranke aufspürten. Das zeigen Zahlen des für Infektionskrankheiten zuständigen Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlagen.

Danach verdreifachte sich die Zahl der Erkrankungen, die bei Untersuchungen von Asylsuchenden im Zuge der Aufnahme in Unterkünfte entdeckt wurde. Das RKI registrierte hier rund 1250 Fälle (Stichtag: 1. März 2016). 2014 waren es gut 400 gewesen.

Die Zahl der Erkrankungen insgesamt kletterte in Deutschland um rund 30 Prozent im Vergleich zu 2014 auf über 5850 (Stichtag: 1. März). Experten gehen trotzdem weiter davon aus, dass das Ansteckungsrisiko für Tuberkulose in der Allgemeinbevölkerung sehr gering bleibt.

«Bei uns ist die Tuberkulose eine sehr seltene Krankheit. Sie wird in absehbarer Zeit auch durch den Zuzug von Migranten nicht zu einer häufigen Infektionskrankheit in Deutschland werden», sagte der Tuberkulose-Forscher Prof. Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel in Schleswig-Holstein. Das RKI hatte bereits im Oktober festgestellt, dass der hierzulande langjährig rückläufige Trend für Tuberkulose beendet sei. Schon 2013 und 2014 waren die Gesamtwerte leicht gestiegen.

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird und meist die Lunge befällt. In bestimmten Regionen der Welt kommt sie viel häufiger vor als bei uns, besonders in armen Ländern.