Agenturmeldungen

Versicherer: Schadensfälle in Krankenhäusern auf niedrigem Niveau

11.04.2017

Berlin (dpa) - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat
Darstellungen zurückgewiesen, in Kliniken gebe es eine Flut von
Behandlungsfehlern. Die Patientenzahl sei seit 1996 von 16,2
Millionen auf 19,2 Millionen gestiegen, doch die Zahl der
Behandlungsfehler habe in dieser Zeit kaum zugenommen, sagte
DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum am Dienstag in Berlin. Die
Qualitätsberichte der Krankenhäuser attestierten zu 99,9 Prozent gute
Qualität. Das hänge auch mit einem funktionierenden und immer weiter
verbesserten Beschwerdemanagement zusammen.

Einer Langzeitauswertung der Ecclesia Gruppe zufolge, die unter
anderem Versicherer im Gesundheitswesen ist, wurden zwischen 1996 und
2014 rund 330 Millionen Behandlungen in Krankenhäusern durchgeführt
und in diesem Zeitraum 116 000 Entschädigungen registriert. Das
entspreche einer Quote von 0,36 Promille, erläuterte
Hauptgeschäftsführer Manfred Klocke. Schadensmeldungen mit
Todesfällen lägen bundesweit im Schnitt bei 0,055 Promille (955
Meldungen).

Baum forderte die Länder erneut auf, ihren
Investitionsverpflichtungen im Krankenhausbereich nachzukommen.
Notwendig seien im Jahr sechs Milliarden Euro. Die Länder gäben aber
nur 2,8 Milliarden Euro für Investitionen aus. Die ausbleibenden
Gelder der Länder berührten letztlich auch das Thema
Patientensicherheit.