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Virologe: Gefahr durch das Zika-Virus in Deutschland sehr gering

03.02.2016

Bonn (dpa) - Der Virologe Christian Drosten hält die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Deutschland für «verschwindend gering». Es gebe nur ein geringes Vorkommen dieser Mücke in Deutschland. Außerdem fehle der fundierte Nachweis, dass die Mücke das Virus übertragen kann. Es sei bekannt, dass die Tigermücke andere eingeschleppte Viren übertragen könne. Aber bisher sei es noch nie dazu gekommen, sagte der Virologe an der Universität Bonn am Mittwoch.

«In Südeuropa halte ich die Gefahr für größer, aber auch nicht für groß», sagte Professor Drosten. In den gemäßigten Breiten gebe es kein Zika-Virus. Selbst wenn sich das Virus für kurze Zeit und begrenzt in Südeuropa verbreiten sollte, sei es unwahrscheinlich, dass es sich dort richtig ansiedele und auch im nächsten Jahr wieder auftauche. Dann hätte man auch schon andere Viren dort beobachten müssen, zum Beispiel das Dengue-Virus. «Da ist es nur zu kleinen, lokal begrenzten Übertragungen gekommen. Aber das ist dann nicht über den Winter weitergegangen», sagte der Wissenschaftler.