Agenturmeldungen

Zwei Übernahme-Interessenten für Stada Arzneimittel

13.02.2017

Der Pharma-Konzern Stada befindet sich seit Monaten im Umbau. Nun
zeichnet sich ein Bieterrennen um eine Übernahme ab. Zwei Unternehmen
haben Interesse am Arzneimittelhersteller bekundet.

Bad Vilbel/London (dpa) - Der Pharma-Konzern Stada steht
möglicherweise vor der Übernahme. Gleich zwei Interessenten haben das
im MDax notierte Unternehmen aus Bad Vilbel in Hessen im Visier. Am
Sonntagabend bestätigte Stada Arzneimittel, zwei «rechtlich
unverbindliche Interessenbekundungen in Bezug auf den Erwerb von bis
zu 100 Prozent der Aktien» erhalten zu haben. Darunter sei eine des
Finanzinvestors Cinven Partners zu einem Angebotspreis von 56,00 Euro
pro Aktie. Damit würde Stada mit 3,5 Milliarden Euro bewertet. Der
Name des zweiten Bieters wurde nicht genannt.

Stada prüfe «im besten Unternehmensinteresse ihre Handlungsoptionen»,
teilte das Unternehmen weiter mit. Es sei derzeit noch nicht
abzusehen, ob es ein Übernahmeangebot seitens Cinven oder des anderen
potenziellen Bieters geben werde. Über das Interesse Cinvens hatte
zuvor die «Financial Times» (Sonntag) berichtet.

Als mögliche Bieter für das hessische Unternehmen werden unter
anderem die Finanzinvestoren Advent, Permira und CVC gehandelt. Die
Unternehmen kommentierten entsprechende Berichte nicht. Die Aussicht
auf eine für Anleger lukrative Übernahme von Stada ließ die Aktie am
Montagvormittag um rund 14 Prozent steigen. 

Stada-Chef Matthias Wiedenfels hatte noch im November betont, er
glaube trotz immer wieder aufflammender Übernahmefantasien an die
Eigenständigkeit des Unternehmens. «Allerdings ist Eigenständigkeit
nie Selbstzweck», sagte er damals. «Das heißt im Umkehrschluss aber
auch nicht, dass ich einen Verkaufsauftrag habe.» Die Rechtslage sei
eindeutig: «Sollte es einmal ein Übernahmeangebot geben, dann müsste
das Management es auch prüfen.»

Stada mit seinen zwei Sparten Nachahmermedikamente (Generika) und
rezeptfreie Produkte befindet sich im Umbau. Im vergangenen Jahr
hatte sich das Unternehmen vom langjährigen Chef Hartmut Retzlaff
getrennt. Der Stada-Großaktionär und Investor AOC hatte zudem auf der
Hauptversammlung im Sommer Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall
gebracht und Verbesserungen im Geschäftsmodell verlangt.

Zuletzt hatte der Geschäftsumbau das Ergebnis belastet. Nicht
profitable Geschäftsfelder sind aufgegeben und abgeschrieben worden.
Der Konzerngewinn hatte sich deshalb im dritten Quartal im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum auf 18,3 Millionen Euro halbiert. Für 2016
erwartet Stada indes leichte Zuwächse bei Umsatz und operativem
Gewinn. Der bereinigte Konzerngewinn soll mindestens 180 Millionen
Euro erreichen. Das wäre ein Plus von 8,6 Prozent. Zahlen für 2016
legt Stada am 23. März vor.