Pressemitteilungen

Was wollen die Patienten? Umfrageergebnisse zeigen: Rund 80 Prozent würden für ein Qualitäts-Krankhaus länger fahren

22.09.2015 Pressemitteilung

Im Auftrag des BKK Dachverbandes befragte KANTHAR HEALTH (ehemals Emnid) 1.004 Personen zu Gesundheitsthemen, einige Fragen wurden schon einmal vor zehn Jahren gestellt. Rund um das Thema Krankenhaus ergab sich, dass für die Bürger die Behandlungsqualität offenbar wichtiger ist als die unmittelbare Nähe einer Klinik. Dazu Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes:

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Bürger sich mit dem Thema Krankenhaus beschäftigt haben. Gerade die überdurchschnittlich hohe Bereitschaft der Berufstätigen, für gute Qualität im Krankenhaus auch längere Wege zu akzeptieren zeigt, dass die Bundesbürger nicht nur bei technischen Geräten oder Autos auf Qualitätssiegel und TÜV-geprüfte Standards vertrauen. Es ist höchste Zeit, die Debatte um eine Krankenhausreform vom Kopf auf die Füße zu stellen: Die Patienten haben erkannt, dass es nicht darum geht, bei der Klinikdebatte um Standorte zu feilschen, sondern um eine tief gehende Qualitätsdebatte. Wenn diese politisch angestoßen würde, kann sich die Krankenhauslandschaft verändern, denn von wirtschaftlich gesunden Häusern mit hohen medizinischen- und Pflegestandards profitieren die Patienten ebenso wie die Regionen, Krankenkassen und auch die Ärzte und das medizinische Personal.“

Anstieg: Mehr als ein Drittel ist chronisch krank – vor allem Jüngere

Schaut man sich im Zeitvergleich die Ergebnisse näher an, fällt auf, dass der Anteil der chronisch Kranken signifikant höher geworden ist: Er stieg in nur sechs Jahren von 32 auf 35 Prozent. Dies geht nicht auf Ältere zurück, denn bei den über 60jährigen ging der Anteil der Chroniker zurück (von 54 im Jahr 2009 auf aktuell 50 Prozent). Bei den 14-29jährigen nahm der Anteil zu (von 12 auf 18 Prozent). Die Befragten gaben an, seit mindestens einem Jahr an mindestens einer dauerhaften Erkrankung zu leiden. Geradezu dramatisch zeigt sich die Zunahme bei den 30-39jährigen: In sechs Jahren gab es einen Chroniker-Anstieg von 17 auf 28 Prozent.

Geplante OP? Für mehr als die Hälfte ist eine Stunde Anfahrt kein Problem

Eine geplante - aber nicht hochspezialisierte - OP, die mehr als zwei Tage dauert, steht bevor. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten sind bereit, dafür rund eine Stunde zu fahren. Etwa ein Viertel (24 Prozent) würde sogar eine längere Anfahrt als eine Stunde akzeptieren. In den Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren geben mit rund einem Drittel überdurchschnittlich viele Befragte an, dass sie länger als eine Stunde zur Klinik fahren würden. Auch im Jahr 2009 waren schon viele bereit, eine längere Fahrt in Kauf zu nehmen; damals knapp die Hälfte (47 Prozent), davon 21 Prozent mehr als eine Stunde. 

Einen Weg bis zu 30 Minuten zum Krankenhaus wünschten sich ein Fünftel der Befragten (21 Prozent); vor sechs Jahren waren dies noch rund ein Viertel (26 Prozent). Ein Krankenhaus in unmittelbarer Nähe des Wohnortes hätten 23 Prozent der Befragten gern, 2009 waren dies noch 26 Prozent.

Bürger akzeptieren Qualitätsparameter für Krankenhäuser – für fast 80 Prozent darf das Qualitäts-Krankenhaus weiter weg sein

Gäbe es – wie bei der derzeitigen Krankenhausgesetzgebung diskutiert – eine Qualitätsgarantie für medizinische und pflegerische Leistungen, dann spielt für die qualitätsbewussten Bundesbürger der zusätzliche Weg keine Rolle mehr: Die überwiegende Mehrheit (76 Prozent) würde rund eine Stunde Anfahrt in Ordnung finden; fast die Hälfte davon (46 Prozent) würde sogar zusätzlich mehr als eine Stunde fahren. Jüngere Befragte, überwiegend Berufstätige von 30 bis 49 Jahren sind zu über 50 Prozent bereit, zusätzlich mehr als eine Stunde zu fahren.

Die in übersichtlichen Charts aufbereiteten Umfrageergebnisse finden Sie unter  
http://www.bkk-dachverband.de/was-wollen-patienten/

Der BKK Dachverband vertritt 87 Betriebskrankenkassen und vier BKK Landesverbände. Sie repräsentieren rund zehn Millionen Versicherte.