Veranstaltungen

Politik und Wissenschaft einig – Morbi-RSA muss überarbeitet werden

24.09.2015

1

 

Anlässlich der gestrigen Veranstaltung „BKK im Dialog: Morbi-RSA sachgerecht gestalten“ waren sich Politik, Wissenschaft und der BKK Dachverband einig, dass der sogenannte Morbi-RSA, der Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen, grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt werden muss. Michael Hennrich, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, räumte ein, dass die Vermögensreserven der Krankenkassen unterschiedlich verteilt seien. Gleichwohl sei die Komplexität des Morbi-RSA zu hoch, um einen Schnellschuss in Form einer umfassenden Gesetzesänderung machen zu können. Eine Überarbeitung des Morbi-RSA habe die Politik aber im Blick.

Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V., forderte hingegen von der Politik: „Die Bandbreite an Zusatzbeiträgen und Defiziten bzw. Vermögen der Krankenkassen sollten zu denken geben. Ändert sich die Mittelverteilung des Morbi-RSA nicht, öffnet sich die Schere zwischen den Kassen weiter und konterkariert den Wettbewerb. Noch in dieser Legislaturperiode muss das Finanzausgleichssystem zwischen den Kassen korrigiert werden.“

Wissenschaftler Prof. em. Dr. Eberhard Wille, Prof. Dr. Stefan Greß und Dr. Karsten Neumann bestätigten die Feststellungen Hennrichs und Knieps. Da der Morbi-RSA das letzte Mal vor sechs Jahren evaluiert wurde, forderten alle drei eine umfassende Bewertung des komplexen Ausgleichssystems zwischen den gesetzlichen Krankenkassen. Zudem gehörten nicht beeinflussbare Faktoren, wie z.B. regionale Varianzen der Versorgungsstrukturen im stationären und ambulanten Bereich, ausgeglichen. Gleichzeitig sei der Morbi-RSA kein Instrument, um Unter-, Über- oder Fehlversorgung zu beheben. Versorgungsstrukturen verändere man nicht über Zuweisungen an die Kassen.

Die Vorträge der Veranstaltung „ BKK im Dialog“ finden Sie unter folgenden Link: 
bkk-dachverband.de/morbi-rsa/

Der BKK Dachverband vertritt 87 Betriebskrankenkassen und vier Landesverbände. Sie repräsentieren rund zehn Millionen Versicherte.