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Pressekonferenz zum BKK Gesundheitsreport 2015 - Langzeiterkrankungen

26.11.2015

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Immer mehr Fehltage in Unternehmen aufgrund von Langzeiterkrankungen - gerade psychische Leiden führen oft zu langen Ausfallzeiten

Fast die Hälfte (46 Prozent) aller Fehltage bei den Beschäftigten BKK Mitgliedern geht auf das Konto von Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als 6 Wochen. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch rund 5 Prozentpunkte niedriger (2004: 41 Prozent). Es ist zu erwarten, dass mit Fortschreiten des demographischen Wandels lang andauernde bzw. chronische Krankheiten noch weiter zunehmen werden. Der aktuelle BKK Gesundheitsreport zeigt: Muskel- und Skeletterkrankungen (z.B. Rückenleiden) und psychische Störungen sind die häufigsten Ursachen von Langzeiterkrankungen. Auf diese beiden Krankheiten geht mehr als jeder 2. Krankengeldtag zurück.

Rückenleiden sind häufig, psychische Störungen oft langwierig

Bei psychischen Störungen gehen mehr als 70 Prozent aller Fehltage auf Langzeiterkrankungen zurück. Bei Muskel- und Skelettkrankheiten liegt dieser Anteil zwar „nur“ bei 53 Prozent - da diese Erkrankungsart aber deutlich häufiger vorkommt als seelische Erkrankungen, liegt die absolute Anzahl der Langzeit-Fehltage hier um ein Drittel höher als bei psychischen Störungen. Im Schnitt dauert ein Krankheitsfall bei Arbeitnehmern mit Rückenleiden rund drei Wochen (19 Tage je Fall). Bei Langzeitkranken mit gleicher Diagnose ist ein Fall im Schnitt fast 20 Wochen lang (138 Tage je Fall). Bei psychisch Erkrankten liegt die durchschnittliche Ausfallzeit bei 37 Tagen - bei den Langzeiterkrankten sogar bei etwa einem halben Jahr (185 Tage je Fall).

Faktoren aus der Arbeitswelt spielen bei Langzeiterkrankungen offensichtlich eine wichtige Rolle: Arbeitsausfälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen sind in der Wirtschaftsgruppe Erziehung und Unterricht für rund 40 Prozent aller Fehltage verantwortlich - bei den Beschäftigten der Postdienste sind es sogar mehr als die Hälfte aller Fehltage (54 Prozent).

Große Betriebe: Weniger Langzeitkranke, kürzere Ausfallzeiten

In Kleinstunternehmen (bis neun Beschäftigte) sind fast die Hälfte aller Fehltage (49 Prozent) mit Langzeiterkrankungen verbunden. Diese Quote liegt in Großunternehmen rund zehn Prozent niedriger. Zudem fehlen die Langzeitfälle in kleinen Unternehmen im Schnitt drei Kalenderwochen länger als in Betrieben mit vielen Mitarbeitern.

Mehr Hilfe für kleine Firmen: Prävention und Gesundheitsförderung

Unternehmen mit vielen Beschäftigten haben oft bessere Strukturen und Angebote für Ihre Beschäftigten in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Dort kann frühzeitig eingegriffen und so langen Arbeitsausfällen vorgebeugt werden. Auch haben große Unternehmen meist ein besser in den betrieblichen Alltag integriertes und wirksames betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Damit dies auch in Unternehmen mit wenigen Beschäftigten gut funktionieren kann, sind die Betriebskrankenkassen hier besonders engagiert. Best-Practice-Beispiele, Informationsmaterial, Netzwerke für den Erfahrungsaustausch von Experten für Gesundheitsförderung und Unternehmen gibt es z.B. unter: www.dnbgf.dewww.der-gesundheitsplan.dewww.psyga.info oder www.deutscher-unternehmenspreis-gesundheit.de. Die Betriebskrankenkassen unterstützen auch Ihr Unternehmen gern vor Ort.

Datenschatz BKK Gesundheitsreport

Neben den Fehlzeiten sind im diesjährigen Report auch wieder detaillierte Analysen zum ambulanten Versorgungsgeschehen und zu den Arzneimittelverordnungen zu finden. Neu dazugekommen sind Kennzahlen zur stationären Versorgung. Ausführliche Informationen sowie Tabellen und Grafiken gibt es unter: www.bkk-dachverband.de/publikationen/bkk-gesundheitsreport 

Der BKK Gesundheitsreport 2015 analysiert die Daten von 9,1 Millionen Versicherten, darunter 4,3 Millionen beschäftigte BKK Mitglieder. Der Report bietet damit ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt. Krankenstand: Prozentualer Anteil der Krankgeschriebenen je Kalendertag. Für das Jahr 2014 wird dieser für die beschäftigten Mitglieder wie folgt ermittelt: 16 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) je beschäftigtes Mitglied 16,0 ÷ 365 Tage x 100% = 4,4 Prozent. Falldauer: Im Jahr 2014 dauerte bei den beschäftigten BKK Mitgliedern ein Krankheitsfall im Durchschnitt 12,7 Tage. Krankengeldfall: Es handelt sich hierbei in der Regel um AU-Fälle mit einer Dauer von mehr als 42 Kalendertagen.