Krankenkassen fördern die Selbsthilfe

Die gesundheitsbezogene Selbsthilfe hat sich in Deutschland zu einer wichtigen Säule im Gesundheitswesen entwickelt und wird von den Krankenkassen gefördert. Die jährlich verfügbaren Fördermittel der Krankenkassen sind gesetzlich festgelegt und werden jährlich entsprechend der prozentualen Veränderung der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV angepasst. Grundlage für die Selbsthilfeförderung ist der Paragraf 20h im Sozialgesetzbuch V. Die darin enthaltenen gesetzlichen Bestimmungen werden durch Leitfaden „Gemeinsamen und einheitlichen Grundsätze der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von § 20h SGB V“ weiter ausgeführt und mit verpflichtenden Rahmenvorgaben zur Durchführung der Förderung durch die Gesetzlichen Krankenkassen präzisiert.

Unter anderem ist im Gesetz  die Aufteilung der finanziellen Mittel über zwei Förderstränge geregelt:

  • kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung (Pauschalförderung)
  • kassenindividuelle Selbsthilfeförderung (Projektförderung)

Die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung

Bei der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung, auch „Pauschalförderung“ genannt, handelt es sich um eine Basisfinanzierung. Sie ist eine finanzielle Unterstützung für die alltäglichen und regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben, wie z.B. Miete, Büroausstattung und Sachkosten (z. B. PC, Drucker, Büromöbel, Poro und Telefon), Pflege des Internetauftritts/der Homepage, etc.

Die Verteilung der Gelder erfolgt durch die GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene, dem der AOK-Bundesverband GbR, der BKK Dachverband e.V., der IKK e.V., die Knappschaft, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) angehören unter Beteiligung der für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe maßgeblichen vier Spitzenorganisationen.

Alle Anträge der Bundesorganisationen der Selbsthilfe auf Pauschalförderung bearbeitet der GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene, so dass Sie Ihren Antrag nur einmal, an den  federführenden Verband, Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek),  stellen müssen.

Die Formulare für Anträge der Bundesorganisationen der Selbsthilfe für eine kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung finden Sie hier. Antragsfrist ist jeweils der 31. Dezember.

Die kassenindividuelle Selbsthilfeförderung

Die kassenindividuelle Selbsthilfeförderung, auch „Projektförderung“ genannt, ermöglicht es der Selbsthilfe, besondere Aufgaben außerhalb des Selbsthilfealltags durchzuführen und zeitliche begrenzte Vorhaben gemeinsam mit den Krankenkassen zu realisieren.

Für die krankenkassenindividuelle Förderung ist eine gesonderte Antragstellung direkt bei der jeweiligen Krankenkasse bzw. den Krankenkassenverbänden erforderlich.

Alle Informationen zur kassenindividuellen Projektförderung des BKK Dachverbandes finden Sie hier.

Förderebenen

Bei der Förderung der Selbsthilfe sind die verschiedenen Ebenen einzuhalten. Es gilt:

  • Die Bundesverbände der gesetzlichen Krankenkassen fördern die Bundesorganisationen der Selbsthilfe
  • die Landesverbände der Krankenkassen fördern die Landesorganisationen der Selbsthilfe
  • die regionalen Selbsthilfegruppen erhalten Unterstützung durch die Krankenkassen am Ort.