Zahl des Monats

Zahl des Monats November 2018

01.11.2018Zahl des Monats

Mehr als ein Drittel der Beschäftigten ist 50 Jahre oder älter – Tendenz steigend

Die Beschäftigten werden im Durchschnitt immer älter. Bei gleichzeitig weniger jungen Beschäftigten ist es nicht verwunderlich, dass der Anteil dieser Altersgruppe in den Belegschaften in den vergangenen Jahren zugenommen hat und in Zukunft noch weiterwachsen wird. Aktuell ist gut ein Drittel (33,9%) aller beschäftigten Mitglieder der Betriebskrankenkassen 50 Jahre oder älter. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lag deren Anteil gerade einmal bei einem Fünftel (20,8%).

Mittlerweile gibt es keine Branche mehr, in der der Anteil dieser „Generation 50+“ an allen Beschäftigten so niedrig wie 2007 ist (Abbildung 1). Zwar ist das Gastgewerbe mit dem niedrigsten Anteilswert von 25,1% zumindest noch „nah dran“, andere Branchen wie etwa die Energieversorgung bilden hingegen das andere Extrem: In dieser Branche sind 44,4% der Beschäftigten schon 50 Jahre oder älter. Anhand dieser Zahlen wird auch gut nachvollziehbar, warum sich die Sichtweise auf diese besondere Beschäftigtengruppe in den letzten Jahren gewandelt hat. Die älteren Beschäftigten sind in der Arbeitswelt heute deutlich präsenter, aber auch vor dem Hintergrund eines potentiellen Fachkräftemangels werden diese als wichtige Stütze in Unternehmen betrachtet und noch lange nicht „auf das Abstellgleis geschoben“.

Leistungsfähigkeit wandelt sich mit dem Alter, wird aber nicht geringer

Wenig verwunderlich ist, dass mit steigendem Alter auch im Durchschnitt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage ansteigt. Schließlich zeigen sich irgendwann natürliche Verschleißerscheinungen, auch wächst beispielsweise die Gefahr plötzlicher Ereignisse wie z.B. eines Herzinfarkts. Aber es ist auch die Arbeit selbst und die daraus entstehenden Belastungen, die bei den Fehlzeiten maßgeblichen Einfluss haben, wie schon mehrfach in Analysen der BKK Versichertenstatistiken festgestellt wurde. Zudem lassen sich allein anhand von Arbeitsunfähigkeitskennzahlen noch keine Aussagen über die Produktivität treffen. So lässt sich anhand von Studienergebnissen konstatieren, dass – trotz des Nachlassens einiger physischer und psychischer Leistungsvoraussetzungen im Alter – die Arbeitsleistung insgesamt nicht abnimmt. Ältere Beschäftigte können nämlich auf der anderen Seite mit Erfahrung, soziale Kompetenz und Gewissenhaftigkeit und einigem mehr punkten.

Entsprechend hat man mittlerweile verstärkt das große Potential der Beschäftigten 50+ entdeckt. Die Expertise dieser Beschäftigtengruppe wird bis zum Erreichen der Ruhestandsaltersgrenze in den Unternehmen benötigt – und auch zunehmend darüber hinaus genutzt. In Folge dessen stellt sich aber auch immer drängender die Frage, wie alter(n)sgerechte Arbeit, genauso wie Prävention, Gesundheitsförderung und schließlich Übergang in den Ruhestand gestaltet werden können, um Arbeitsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.
Anlässe genug also, die Beschäftigten dieser „Generation 50+“ hinsichtlich ihrer Gesundheit näher unter die Lupe zu nehmen: Aus diesem Grund widmet sich der kommende BKK Gesundheitsreport 2018, der am 27. November veröffentlicht wird, in seinem diesjährigen Schwerpunktthema den Beschäftigten 50+.