Zahl des Monats

Zahl des Monats September 2018

04.09.2018

1,7 Millionen Beschäftigte arbeiten derzeit in der Pflege. Das reicht bei weitem nicht. Im vergangenen Jahr waren laut Bundesgesundheitsministerium durchschnittlich 36.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt. Und es wird immer schwieriger, die Lücken zu füllen: Vor allem wegen hoher psychischer und physischer Belastungen und niedrigen Löhnen steigen immer mehr Pflegefachkräfte vorzeitig aus ihrem Beruf aus. Wer es noch nicht getan hat, denkt zumindest darüber nach. Mehr als jeder dritte Altenpfleger und mehr als jeder vierte Krankenpfleger zieht einen „Pflexit“ innerhalb der nächsten Jahre in Erwägung, wie eine Umfrage des BKK Dachverbandes zeigt. Knapp 43 Prozent der Alten- und 41,5 Prozent der Krankenpfleger stufen ihre aktuelle
Arbeitsfähigkeit als schlecht ein (siehe Grafiken 1 und 2).

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) soll nun die Wende beim Pflegenotstand bringen. Ab dem 1. Januar 2019 sollen laut Bundesregierung zusätzliche Pflegekräfte finanziert werden. Zudem plant die Politik, einen Flächentarifvertrag in der Pflege einzuführen. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen im Rahmen des PpSG bis zum Jahr 2022 mit Mehrausgaben in Höhe von rund 8,3 Milliarden Euro rechnen, die Pflegekassen mit knapp 900 Millionen Euro.

Mehr als 70 Millionen Euro pro Jahr sollen die Kassen allein in den Ausbau betrieblicher Gesundheitsförderung im Krankenhaus investieren. Der BKK Dachverband macht sich im Gesetzgebungsverfahren für die flächendeckende und verpflichtende Einführung von betrieblichem Gesundheitsmanagement für Pflegekräfte in allen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Altenpflege und Rehabilitation stark.