Digitale Transformation

Die Digitale Transformation im Gesundheitswesen verändert die Rolle der Akteure im System

Informelle Selbstbestimmung von Versicherten und Beratungsaufgaben der Krankenkassen werden zukünftig eine größere Rolle spielen

Die digitale Transformation ist ein Prozess des gesellschaftlichen Wandels, der nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche erfasst. Ihre technische Implikation ist die Digitalisierung. Die digitale Transformation impliziert jedoch mehr als nur Technik: Sie verändert Rollen und Aufgaben und damit auch das Selbstverständnis von Akteuren. Diesen Wandel im Sinne ihrer Mitglieder und Versicherten zu begleiten, immer ausgerichtet einen Nutzen zu generieren, in dem Sinne die Gesundheit und Versorgung ihrer Versicherten zu verbessern, ist die Motivation der Betriebskrankenkassen im Kontext der Digitalen Transformation.

Das Bild zeigt eine Ärztin mit Tablet.

Die Digitale Transformation verändert Gesellschaft, Wirtschaft und Staat. Diese Veränderungen betreffen auch die Strukturen, Funktionen und Prozesse von Akteuren im Gesundheitswesen – Rollen und Aufgaben verändern sich. Durch die Digitalgesetzgebung in dieser Legislatur erhalten die Krankenkassen neue Aufgaben in Beratung und Begleitung ihrer Versicherten, die dem Selbstverständnis der Betriebskrankenkassen entsprechen und ein neues Verhältnis zwischen Versicherten und Patienten, Gesundheitsberufen und den Kassen ermöglichen. Hierdurch bietet sich die Chance, dass Versicherte und Patienten die zentralen Akteure in einem digitalen und solidarischen Gesundheitssystem werden.  

Das gilt im Ausfluss des Grundrechts auf informelle Selbstbestimmung speziell für die Gewinnung und Nutzung individueller Daten. Digitale Angebote müssen dazu dienen, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu verbessern, die Transparenz über und den Zugang zu Versorgungsangeboten zu erleichtern, die Teilhabemöglichkeiten zu erweitern – Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit sowie Effizienz von Versicherung und Versorgung zu verbessern. Dazu zählt auch der Abbau unnötiger Bürokratie bei gleichzeitiger Stärkung der Beratungsleistungen durch die Betriebskrankenkassen.

Die Digitale Transformation und der medizinische Fortschritt erweitern aber darüber hinaus auch Möglichkeiten von Diagnose und Therapie in noch nicht absehbarem Ausmaß: Versicherten und Patienten werden dadurch die Potentiale einer neuen individualisierten Versorgung eröffnet.

Die Betriebskrankenkassen unterstützen diesen Wandel progressiv und gewährleisten ihren Versicherten den diskriminierungsfreien Zugang zu Innovationen. Die Digitale Transformation ermöglicht auch in Regionen mit einer schwächeren Leistungserbringerdichte eine Versorgung auf dem aktuellen Stand des medizinisch-technischen Fortschritts.

Die Betriebskrankenkassen informieren, beraten und unterstützen ihre Mitglieder umfassend in allen gesundheitlichen Lebenslagen von der Prävention über Kuration und Rehabilitation bis zur Pflege, von der Geburt bis zum Lebensende. Hierzu nutzen sie offensiv die Möglichkeiten, die ihnen die digitale Transformation bietet. Die digitale Vernetzung unterschiedlichster Systemakteure eröffnet die Möglichkeit, Transparenz in einem sektorierten und oft undurchsichtigen Versorgungsgeschehen herzustellen mit dem Ziel, die Versorgungsqualität zu optimieren.

Auch angesichts der digitalen Transformation halten die betrieblichen Krankenkassenan den Grundwerten und Strukturprinzipen der sozialen Krankenversicherungfest. Dies gilt insbesondere für Solidarität und Subsidiarität, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, Wahlfreiheit und Pluralismus, Selbstverwaltung und Wettbewerb.Dabei sind sie offen für Innovationen und für disruptive Entwicklungen, bestehen aber auf der Einhaltung rechtlicher und ethischer Grenzen. Es liegt in ihrer DNA, an der Schwelle von gesellschaftlichen Umwälzungen zu operieren. Übergeordnetes Ziel muss die Gewinnung eines konkreten Nutzens für Versicherte, Patienten und ihre Betriebe sein.

Die Betriebskrankenkassen bauen ihre unbestrittene und besondere Nähe zu ihren Versicherten und deren Arbeitgebern über neue digitale Angebote aus. Als Kassenart, die mit den innovativen Unternehmen der deutschen Wirtschaft besonders eng vernetzt ist, nutzen sie diese Potenziale, um die technologisch fortschrittlichste Kassenart zu bleiben. Darüber hinaus beteiligen sie sich an der Entwicklung digitaler Angebote und Services, nutzen diese offensiv in enger Kooperation mit den Erbringern gesundheitlicher Leistungen und beteiligt sich an der Evaluation von Wirksamkeit, Qualität und Effizienz solcher Angebote. Hierzu nutzen sie alle Möglichkeiten der Kooperation, mit ihren Verbänden und Arbeitsgemeinschaften sowie mit anderen Krankenkassen, externen Dienstleistern und Vertragspartnern. Die Betriebskrankenkassen nutzt ihre Vielfalt, um neue Angebote dezentral zu testen und zu implementieren.

Arbeits- und Wirtschaftsstrukturen sind in einem rasanten Wandel begriffen. Die Innovationskräfte dieses Wandels werden von den Betriebskrankenkassen offensiv nach innen in eigenen Geschäftsprozessen, der Kommunikation und den angebotenen Services wie nach außen durch Gestaltung von Versorgungsstrukturen und Versorgungsprozessen genutzt.

Innovative Unternehmen sind durch neue Arbeitsformen, Unternehmensstrukturen, Vernetzungen oder beschleunigte Produktzyklen gekennzeichnet. Antworten auf die mit diesen neuen Arbeitsformen verbundenen gesundheitlichen Fragen zu finden, ist erklärte Aufgabe der Kassen.

Wir verstehen die Digitale Transformation als eine Chance, Aufgaben und Funktionen der Krankenversicherung neu zu bestimmen und Versicherte sowie die Trägerbetriebe der Betriebskrankenkassen dadurch noch wirkungsvoller zu unterstützen.

Jacob Aleyt

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Jacob Aleyt
Referent · Digitalisierung/eHealth

Julian Visarius

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Julian Visarius
Referent Politik mit den Schwerpunkten Prävention, Pflege, eHealth/Digitalisierung, Heil- & Hilfsmittel