BGM-innovativ

Weniger Schmerzen dank maßgeschneiderter Therapie

Langfristige und sektorenübergreifende Versorgung verbessert die Lebensqualität von Patienten mit Rückenschmerzen, wie erste Ergebnisse eines Projektes der Betriebskrankenkassen zeigen. Auch lange Fehlzeiten am Arbeitsplatz lassen sich dadurch verringern.

Das Bild zeigt einen Physiotherapeuten und eine Patientin beim Training mit Teraband.

Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenleiden zählen hierzulande zu den "Volkskrankheiten": Nach Zahlen des BKK Dachverbandes geht jeder vierte Fehltag am Arbeitsplatz mit einer Krankmeldung auf Beschwerden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates zurück. Beeinträchtigungen wie diese wirksam und langfristig durch maßgeschneiderte Versorgung zu bekämpfen, hatte sich das im Frühjahr 2017 gestartete und über den Innovationsfonds geförderte Projekt BGM-innovativ der Betriebskrankenkassen (BKK) zum Ziel gesetzt. Neben 15 BKK sind mehr als 30 ihrer Trägerunternehmen, ambulante und stationäre Reha-Einrichtungen sowie zwei wissenschaftliche Institute der Universität zu Köln beteiligt. Erste Datenauswertungen nach Abschluss der Pilotphase des innovativen Versorgungsprogramms zeigen: Viele Patienten haben nun weniger Schmerzen, sind leistungsfähiger und melden sich seltener krank. Nach Beendigung der Projektphase muss nun der Gemeinsame Bundesausschussprüfen, ob BGM-innovativ eine Empfehlung für die Regelversorgung erhält. Unabhängig davon setzen bereits zehn Betriebskrankenkassen an 15 Betriebsstandorten das Programm auf eigene Kosten fort.

Prävention und Frühintervention statt Chronifizierung

852 Versicherte haben bis heute an dem Programm teilgenommen - mehr als drei Viertel davon waren zwischen 40 und 59 Jahren alt. BGM-innovativ soll Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen und helfen, diese in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln. Durch das anfänglich vom Innovationsfonds geförderte Programm sollen Krankheit und Chronifizierung vermieden, Krankheitsdauer und Fehlzeiten verkürzt und die Beschäftigungsfähigkeit dauerhaft erhalten werden.

Fallmanager als Schnittstelle verschiedener Akteure

Dabei fungiert ein Fallmanager der Betriebskrankenkassen als persönlicher Ansprechpartner für die Versicherten, organisiert die bedarfsgerechte Versorgung und koordiniert zwischen Sozialversicherungsträgern, Ärzten, Therapeuten, Trägerunternehmen und Versicherten. Diese werden je nach Art und Schweregrad ihrer Erkrankung in eines von drei Therapiemodulen eingesteuert, die von präventiven Maßnahmen über arbeitsplatzbezogene Rehabilitation bis zum Jobmatch reichen.

Netzwerktreffen für Transparenz und klare Zuständigkeiten

Bei der Einführung des Programms haben sich für die teilnehmenden Betriebskrankenkassen besonders regelmäßige Netzwerktreffen als hilfreich erwiesen: Der Austausch zwischen einzelnen Akteuren auf regionaler aber auch überregionaler Ebene schafft Transparenz und Klarkeit mit Blick auf Aufgaben und Zuständigkeiten.

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