IM FOKUS: Morbi-RSA

Die Schere geht nicht zusammen - Wir brauchen jetzt eine Reform des Morbi-RSA!

19.12.2018

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Noch kann keine Entwarnung gegeben werden: Der derzeitige Verteilmechanismus des Gesundheitsfonds – der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) – führt weiter dazu, dass nicht jede Krankenkasse die Ausgaben für ihre Versicherten mit den Zuweisungen decken kann. Bleibt es dabei, profitieren weiter vor allem die Ortskrankenkassen. Dagegen fallen die Deckungsbeiträge der Betriebs-, Innungs- und Ersatzkrankenkassen immer mehr zurück. Dies zeigt eine Fortschreibung bis ins Jahr 2021 nach Berechnungen des BKK Dachverbandes (siehe Grafik).

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat kürzlich wegen einer geringfügigen Abweichung vom Trend im Jahr 2016 Entwarnung geben: Die „fatale Entwicklung“ bei Unter- und Überdeckungen sei „vorerst gestoppt“. Dies stimmt aus Sicht der Betriebskrankenkassen nicht. Vielmehr ist diese Entwicklung von 2016 auf 2017 mit einem starken Zuwachs an Versicherten bei der AOK zu erklären. Da in diesem Zeitraum vornehmlich junge, gesunde Versicherte hauptsächlich in die Ortskrankenkassen geleitet wurden, profitierten diese durch niedrige Leistungsausgaben. Das Jahr 2016 ist somit ein Ausreißer. Der Trend der Überdeckung ist jedoch nicht gebrochen.

Die Scherengraphik basiert auf dem aktuellsten Stand vorliegender, abschließender Berechnungsgrundlagen zu den einzelnen Ausgleichsjahren: Basis sind die Zahlen der amtlichen Jahresrechnungen sowie der RSA-Schlussbescheide der gesetzlichen Krankenkassen bis zum Jahr 2017 (Stand November 2018). Für die Jahre ab 2018, die durch das BVA im Hinblick auf die Zuweisungen des Gesundheitsfonds noch nicht abschließend beschieden wurden, erfolgte die Fortschreibung unter Berücksichtigung erkennbarer Trends und unter Herausrechnung identifizierter Sondereffekte.