IM FOKUS: Morbi-RSA

GKV-Zusatzbeiträge: Absurde Subventionierung

20.07.2018

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Gerade niedrige Zusatzbeiträge werden durch einen unfairen Ausgleich noch weiter subventioniert.

Viele Versicherte zahlen höhere Zusatzbeiträge, als ihre Krankenkasse eigentlich zur Deckung der Kosten veranschlagen müsste. Sie finanzieren damit Zusatzbeiträge anderer Kassen, die ohnehin schon niedriger liegen – allerdings nicht etwa wegen besonders guten Managements.

Jede Krankenkasse zieht den individuellen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern ein und führt ihn dann an den Gesundheitsfonds ab. Ein Ausgleichs-Mechanismus verteilt von dort die Gelder an alle Kassen zurück. In der Theorie soll so verhindert werden, dass Kassen mit einkommensstarken Mitgliedern nicht bessergestellt werden als diejenigen mit eher ärmeren Mitgliedern.

Das Geld geht an die anderen

In der Praxis jedoch fließen Teile dieser hohen Zusatzbeiträge an Kassen, die ohnehin schon einen niedrigeren Zusatzbeitragssatz erheben. So werden die Zusatzbeiträge, die Mitglieder an „ihre Kasse“ zahlen, damit sie die von ihnen erwarteten Leistungen erbringen kann, zweckentfremdet und an andere, vermeintlich günstigere Kassen weiter gegeben. Die profitierenden Kassen können so ihre eigenen Zusatzbeitragssätze gering halten oder sogar weiter absenken. Am Ende zahlen Mitglieder höhere Zusatzbeiträge, als ihre Krankenkasse zur Deckung ihrer Kosten eigentlich veranschlagen müsste. Das ist zumindest unfair. Und erst recht kein Indikator für die Wirtschaftlichkeit, effizientes Management und die Leistungsfähigkeit dieser Kasse.