IM FOKUS: Morbi-RSA

Groteske Unwucht: Morbi-RSA verzerrt den Wettbewerb und dezimiert Kassen ohne jeden wirtschaftlichen Grund

30.08.2018

1

 

Groteske Unwucht: Morbi-RSA verzerrt den Wettbewerb und dezimiert Kassen ohne jeden wirtschaftlichen Grund

Eigentlich sollten komplizierte Verteilmechanismen über den Gesundheitsfonds die Kassenbeiträge der Versicherten dahin steuern, wo sie für die Versorgung von Patienten gebraucht werden. Doch der Morbi-RSA funktioniert schon lange nicht mehr. Statt fairer Wettbewerbsbedingungen innerhalb der GKV zu schaffen, bedroht eine groteske Fehlsteuerung die Vielfalt der Kassenlandschaft.

Wenige Kassen erhalten seit Jahren weit mehr Geld über den Risikostrukturausgleich, als sie zur Deckung der Pflicht-Leistungsausgaben ihrer Versicherten benötigen. Der Morbi-RSA folgt – so wie er derzeit konstruiert ist – nicht der tatsächlichen Versorgung. Die Schere der Deckungsbeiträge bei den Kassenarten geht bereits seit etlichen Jahren erheblich auseinander. Wenn die Politik jetzt nicht das Heft in die Hand nimmt und handelt, verstärkt sich dieser Effekt rasant. Die Über- und Unterdeckung bei den Kassen verschärft sich weiter. Dies bedroht Kassen – unabhängig von ihrem wirtschaftlichen Erfolg und ihren Leistungen für eine bessere medizinische Versorgung.

Alle Kassenarten außer einer fordern eine Reform des Morbi-RSA, die die bereits heute be-stehende regionale Marktmacht (siehe Abbildung) nicht noch weiter konzentriert. Kassen, die systematisch weniger Mittel erhalten, als sie für die Versorgung ihrer Versicherten benötigen, sind gezwungen, höhere Zusatzbeiträge zu erheben. Gleichzeitig müssen sie teilweise über den Einkommensausgleich beim Zusatzbeitragssatz auch noch Geld an wohlhabendere Kassen abführen. Eine Reform dieser Verzerrung des Wettbewerbs in der GKV ist dringend notwendig! Denn einen Wettbewerb um Qualität und bessere Therapien für Patienten wird es nicht mehr geben, wenn nur noch eine Kassenart übrigbleibt.

Der Morbi-RSA ist unfair, selbst für Experten intransparent und öffnet breite Einfallstore für Manipulationen. So ist es überdeutlich, dass Manipulationen bei Diagnosen ein lohnendes Geschäft sind und eine uneinheitliche Kassenaufsicht Verträge zur Rechnungsprüfung mit Krankenhäusern duldet, für die der Bundesrechnungshof keinerlei Rechtsgrundlage sieht. Politik muss schnell handeln!