IM FOKUS: Morbi-RSA

Kriterium "Erwerbsminderungsrentner" streichen!

28.06.2019
  • #Erwerbsminderungsrentner
  • #Diagnosen

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Der Referentenentwurf zum "Faire-Kassenwahl-Gesetz in der Gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-FKG) sieht vor, das statistische Merkmal "Erwerbsminderungsrentner" im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) der Krankenkassen zu streichen. Die Betriebskrankenkassen begrüßen diesen Schritt, da er die Verzerrungen im Morbi-RSA beseitigt und Gleichbehandlung schafft.

Das statistische Merkmal "Erwerbsminderungsrentner" stammt noch aus dem alten RSA ab 2002. Dort hatte es als Hilfskonstrukt für einen indirekten Morbiditätsparameter seine Berechtigung. Im heutigen, weiterentwickelten Morbi-RSA mit direktem Morbiditätsbezug ist es überflüssig, denn die dort berücksichtigten Diagnosen decken auch Erkrankungen der erwerbsgeminderten Versicherten ab. Das Festhalten am Hilfskonstrukt führt allerdings zu ungerechten Verzerrungen: Für Arbeitnehmer mit Erwerbsminderungsstatus erhalten die Kassen zusätzliches Geld aus dem RSA. Für Selbständige oder Familienangehörige fließt jedoch kein zusätzliches Geld an die Krankenkassen trotz gleicher Erkrankung, Alter und Geschlecht des Versicherten.

Das Argument, durch die Streichung der gesonderten Zuweisung würde sich die Versorgung der Versicherten mit Erwerbsminderungsstatus verschlechtern, greift zudem nicht. Im Gegenteil: Die freiwerdenden Mittel fließen künftig verstärkt dorthin, wo sie für die Versorgung von erkrankten Versicherten, unabhängig von ihrem Erwerbsminderungsstatus, benötigt werden.