IM FOKUS: Morbi-RSA

Missbrauch im Morbi-RSA: Mehr Transparenz schafft mehr Vertrauen

02.08.2018

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Kein Kavaliersdelikt: Wenn das Bundesversicherungsamt Missbrauch beim morbiRSA aufdeckt, muss damit transparent umgegangen werden.

 

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die Aufgabe zu prüfen, ob die richtigen Daten, die für die Durchführung des Morbi-RSA benötigt werden, übermittelt wurden. Von Manipulationen in den Datenmeldungen erfährt jedoch niemand. Das sollte sich ändern, um Anreize gegen Manipulationen zu setzen und damit das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit des Morbi-RSA zu erhöhen.

Stellt das BVA im Rahmen seiner Prüfungen fest, dass eine Krankenkasse gegen gesetzliche Vorgaben im Hinblick auf die Datenmeldungen zum Morbi-RSA verstoßen hat, wird eine Strafzahlung fällig: Das BVA ermittelt einen (Korrektur-)Betrag, um den die Morbi-RSA-Zuweisungen an die betroffene Krankenkasse gekürzt werden. In der Praxis läuft dieser Prozess zeitlich verzögert und nur hinter verschlossenen Türen: Zum einen prüft das BVA auf Grund der dünnen Personaldecke gerade erst das Ausgleichsjahr 2011. Damit besteht ein erheblicher zeitlicher Verzug zum letzten abgeschlossenen Ausgleichsjahr 2016. Zum anderen kennt auch niemand, außer der betroffenen Krankenkasse und dem BVA selbst, die Art des Verstoßes und die daraus resultierende Höhe der Strafzahlung.

In einem morbiditätsbezogenen Solidarsystem ist die Qualität und Richtigkeit der gemeldeten Diagnosen jedoch von zentraler Bedeutung. Daher sollten die festgestellten Korrekturbeträge, zusammen mit dem Grund der Korrekturen veröffentlicht werden. Das schafft Vertrauen. Sicherlich wäre der präventive Charakter am höchsten, wenn auch der zugehörige Name der Krankenkasse bekannt würde.