IM FOKUS: Morbi-RSA

Morbi-RSA Fehlsteuerung: Vermögensaufbau vor allem bei einer Kassenart

13.09.2018

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Die sich immer weiter öffnende Schere zeigt, warum alle Kassenarten außer einer die Reform des Morbi-RSA fordern. Seit Jahren erhält eine Kassenart weit mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds, als sie zur Finanzierung der GKV-Pflichtleistungen ihrer Versicherten benötigt. Andere Kassenarten erhalten hingegen viel zu wenig. So konnte vor allem eine Kassenart stetig Vermögen anhäufen. Sie profitiert damit von den grotesken Fehlsteuerungen des Morbi-RSA. Die Wettbewerbsvorteile potenzieren sich.

Der BKK Dachverband hat modellhaft berechnet, was passiert, wenn alles so weiter geht wie bisher. In der Schere der Deckungsbeiträge der berücksichtigungsfähigen Leistungsausausgaben klafft derzeit eine Lücke von rund 2,5 Mrd. Euro. Wird das Steuer beim Morbi-RSA jetzt nicht entschieden herumgerissen, öffnet sich die Schere zwischen der Überdeckung der Orts- und der Unterdeckung der Ersatzkrankenkassen bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode auf rund 4,5 Mrd. Euro.

Die Folgen sind für das System der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt bedrohlich. Denn Krankenkassen, die höhere Zusatzbeitragssätze erheben müssen und wenig oder keine Rücklagen bilden können, geraten rasch weiter ins Hintertreffen. Kassenfusionen oder gar Schließungen sind keineswegs ausgeschlossen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Der Morbi-RSA muss fairer und transparenter ausgestaltet werden, Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Jetzt liegt der Ball im Feld der Politik!