IM FOKUS: Morbi-RSA

Netto-Verwaltungskosten sind zentraler Indikator für wirtschaftliches Handeln

06.09.2018

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Netto-Verwaltungskosten sind zentraler Indikator für wirtschaftliches Handeln

Einige behaupten, ihre Wettbewerbsvorteile beruhten auf gutem Ausgabenmanagement, aber die beeinflussbaren Verwaltungskosten zeigen ein anderes Bild.

Die Vorteile, die einige aus der aktuellen Ausgestaltung des Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) ziehen, potenzieren sich: wer höhere Zuweisungen erhält, als er zur Versorgung seiner Versicherten benötigt, kann auch niedrigere Zusatzbeitragssätze erheben und höhere Finanzreserven aufbauen.

In der Diskussion um die daher eigentlich dringend erforderliche Reform des Morbi-RSA werden diese Vorteile jedoch allein als das Ergebnis einer besonders guten Managementleistung bzw. von besonders effizientem Kassenhandeln gerechtfertigt. Mit der Einnahmenseite, also mit den Verzerrungen auf Grund eines unfairen Morbi-RSA, habe das zunehmende Auseinanderdriften der Kassenarten nichts zu tun.

Wer für sich ein besonders gutes Ausgabenmanagement reklamiert, sollte aber doch eigentlich nicht nur niedrigere Zusatzbeitragssätze, sondern auch geringere Netto-Verwaltungskosten je Versicherten aufweisen. Schließlich ist diese, von den Krankenkassen direkt beeinflussbare Größe, ein zentraler Indikator für das wirtschaftliche bzw. unwirtschaftliche Handeln einer Kasse. Die Zahlen zeigen jedoch, dass gerade diejenigen hohe Netto-Verwaltungskosten je Versicherten haben, die durch die aktuelle Ausgestaltung des Morbi-RSA besonders bevorteilt sind.

Damit steht fest: Ein gutes Ausgabenmanagement allein kann nicht die Ursache für die aktuellen Verzerrungen im Kassenwettbewerb sein. Derartige Behauptungen sollten die Politik daher auch nicht davon abhalten, den Morbi-RSA mit dem Ziel der Herstellung von mehr Transparenz, Manipulationssicherheit und fairen Bedingungen im Wettbewerb der Krankenkassen zu reformieren. Jetzt!