IM FOKUS: Morbi-RSA

Schließt die Schere endlich!

27.09.2018

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Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) wurde ursprünglich aufgelegt, um die gesetzlichen Krankenkassen mit genügend Geld auszustatten, damit sie ihre Versicherten adäquat versorgen können. Allerdings führt der derzeit gültige Verteilmechanismus dazu, dass nicht jede Kasse ihre tatsächlichen Leistungsausgaben mit Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds decken kann.

Mehr noch: Von der Systematik profitieren derzeit einzig und allein die Ortskrankenkassen, während die Deckungsbeiträge bei Knappschaft, Betriebs-, Innungs- und Ersatzkrankenkassen immer weiter auseinanderklaffen. Der Deckungsbeitrag bezeichnet im Gesundheitswesen die Differenz zwischen den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den tatsächlichen Ausgaben für die GKV-Pflichtleistungen.

Schon jetzt liegen zwischen dem höchsten und niedrigsten Deckungsbeitrag innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung 2,5 Milliarden Euro. Bleibt alles beim Alten, wird sich die Schere zwischen Unter- und Überdeckung nach Berechnungen des BKK Dachverbandes bis zum Ende dieser Legislaturperiode auf rund 4,5 Milliarden erhöhen.

Die Zeit für eine Reform des Morbi-RSA drängt also! Ziel einer Umstellung muss sein, die Schere bei den Deckungsbeiträgen wieder zusammenzubringen. Sollte dies nicht geschehen, wird auf lange Sicht in der GKV kein Wettbewerb mehr stattfinden – weil bei einer derartigen Verteilung der Finanzen am Ende nur noch eine Kassenart übrigbleibt.