IM FOKUS: Morbi-RSA

Willkürlicher Morbi-RSA: Kein Geld für teure Akutbehandlung

26.07.2018

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Obwohl er dem Ausgleich von Kostenrisiken dient, berücksichtigt der Morbi-RSA Akuterkrankungen nicht – selbst extrem teure.

 

Obwohl er dem Ausgleich von Kostenrisiken dient, berücksichtigt der Morbi-RSA Akuterkrankungen nicht – selbst extrem teure. So erhalten die Kassen beispielsweise für schwere Unfälle, die Versorgung von Frühchen oder den Einsatz neuer teurer Arzneimittel zumeist keine Zuweisungen.

Bei den Zuweisungen aus dem Morbi-RSA an die Kassen werden nicht die laufenden Behandlungskosten, sondern die mit der Krankheit verbundenen Kosten im Folgejahr berücksichtigt.

Die Konsequenz: Für akute Fälle wie schwere Unfälle, die Versorgung von Frühchen oder den Einsatz neuer teurer Arzneimittel erhalten Krankenkassen keine Zuweisungen, wenn die Versicherten dazu im nächsten Jahr keine Kosten mehr verursachen. Die Kassen bleiben sozusagen „auf ihren Kosten sitzen“, obwohl die Patienten geheilt werden.

Unkalkulierbare Risiken: Für Krankenkassen sind damit unkalkulierbare finanzielle Risiken verbunden. Die Solidargemeinschaft der Versicherten einer einzelnen Krankenkasse kann diese Kosten – treten sie gehäuft auf – oft nicht mehr ausgleichen. Vor allem kleine Krankenkassen stehen vor existenziellen Problemen, da sie trotzdem die Versorgung sicherstellen wollen.

*Foto: Bundesverband Medizintechnologie