IM FOKUS: Morbi-RSA

Wir kämpfen gemeinsam für die gute Versorgung unserer Versicherten!

01.10.2018

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42,3 Millionen Menschen oder 60,4 Prozent aller in einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherten sind derzeit bei einer Betriebs-, Ersatz- oder Innungskrankenkasse versichert. Um Patienten auch in Zukunft gut versorgen zu können, kämpfen die drei Kassenarten gemeinsam für eine Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA). Welche Auswege es aus dem aus ihrer Sicht ungerechten Verteilmechanismus des Gesundheitsfonds gibt, erläutern die Krankenkassen diesen Donnerstag auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz.

Der Morbi-RSA wurde ursprünglich entwickelt, um die gesetzlichen Krankenkassen für die gute Versorgung ihrer Versicherten mit genügend Geld auszustatten. Allerdings führt der derzeit gültige Verteilmechanismus dazu, dass nicht jede Kasse ihre tatsächlichen Leistungsausgaben mit Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds decken kann.

Von der Systematik profitieren derzeit vor allem die Ortskrankenkassen, während die Deckungsbeiträge insgesamt immer weiter auseinanderklaffen (siehe Grafik). So werden letztlich alle Versicherte von bei Betriebs-, Innungs- und Ersatzkrankenkassen benachteiligt. Der Deckungsbeitrag bezeichnet im Gesundheitswesen die Differenz zwischen den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den tatsächlichen Ausgaben für die GKV-Pflichtleistungen. Reichen diese nicht aus, muss eine Kasse einen Zusatzbeitrag erheben.

Schon jetzt beträgt die Spanne zwischen dem höchsten und niedrigsten Deckungsbeitrag innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 2,5 Milliarden Euro. Bleibt alles beim Alten, wird sich die Schere zwischen Unter- und Überdeckung nach Berechnungen des BKK Dachverbandes bis zum Ende dieser Legislaturperiode auf rund 4,5 Milliarden Euro erhöhen.

Die Zeit für eine Reform des Morbi-RSA drängt also! Ziel einer Umstellung muss sein, die Schere bei den Deckungsbeiträgen wieder zusammenzubringen. Sollte dies nicht geschehen, wird auf lange Sicht in der GKV kein Wettbewerb mehr stattfinden – weil bei einer derartigen Verteilung der Finanzen am Ende nur noch eine Kassenart übrigbleibt.