Impulspapier

Gönnt uns Gesundheit

In der politischen oder gesellschaftlichen Diskussion dreht sich, wenn das Thema Gesundheit aufkommt, fast immer alles um die Gesundheitsversorgung in Kliniken und Arztpraxen oder um die Frage, wie all das zukünftig noch finanziert werden soll. Also genau den Zeitpunkt, an dem das Kind sprichwörtlich schon in den Brunnen gefallen ist. Dabei werden die Themen Prävention und Gesunderhaltung leider noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt, obwohl hier einer der wirksamsten Hebel für eine gesunde Gesellschaft und gesunde Finanzen in der GKV liegt. Das neue Papier "Gönnt uns Gesundheit" des BKK Dachverbandes lenkt den Blick daher auf einen anderen Ansatz: die Bedingungen, die es braucht, um Menschen gesund zu erhalten. Gesundheit liegt nicht allein in der Hand des Einzelnen; sie ist immer auch das Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir leben.

Sharepic: Gönnt uns nen Staat, der uns gesund hält

Gesundheit geht vor Behandlung. Diese zentrale Erkenntnis muss sich politisch und gesellschaftlich durchsetzen. Natürlich ist eine hochwertige medizinische Versorgung unerlässlich, doch Gesundheit entsteht eben zu einem großen Teil außerhalb des Gesundheitssystems, nämlich dort, wo die Menschen ihren Alltag und ihre Arbeit bestreiten. In den vergangenen Jahrzehnten haben bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, mehr Bildung, gesündere Ernährung, bessere Hygiene, saubereres Trinkwasser sowie soziale Sicherheit maßgeblich zur Verbesserung der Volksgesundheit beigetragen. Viele der größten Fortschritte im Gesundheitsbereich sind auf diese Faktoren und nicht allein auf medizinischen Fortschritt zurückzuführen.

Sharepic: Gönnt uns Fakten statt Bauchgefühl

Dennoch wird dieses Wissen hierzulande bislang nicht in ausreichendem Maße genutzt. Während die Ausgaben für ambulante, stationäre und medikamentöse Behandlungen stetig steigen, bleiben in Deutschland die Präventionspotenziale vielfach brach liegen. In dem Papier „Gönnt uns Gesundheit!” wird daher gefordert, dass die Gesundheitsförderung stärker zum Leitprinzip politischen Handelns werden muss. Es braucht endlich eine verbindliche Nationale Public-Health-Strategie, die klare politische Prioritäten setzt. Denn wenn die politischen und gesetzgeberischen Rahmenbedingungen stimmen, wird es auch gelingen, die durchaus guten, bereits existierenden Insellösungen bei der Prävention und Gesunderhaltung zu einem großen und funktionsfähigen Ganzen zusammenzuführen. 

Sharepic: Gönnt uns Politik ohne Nebenwirkungen

Das Rad muss dabei nicht neu erfunden werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in diesem Bereich bereits wichtige Denkarbeit geleistet und empfiehlt eine Reihe von Einzelmaßnahmen mit großer Hebelwirkung. Auch unsere europäischen Nachbarn können als Vorbilder dienen und zeigen, wie man Prävention und Gesunderhaltung mehr Bedeutung beimessen kann und welche Vorteile sich daraus ergeben. Das entscheidende Muster ist dabei immer wieder: Gesundheit ist nicht ausschließlich nur ein individuelles Gut, sondern dient der Allgemeinheit. Sie ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Bildungserfolg, soziale Teilhabe und gesellschaftliche Stabilität. Investitionen in Prävention und gesundheitsfördernde Lebensbedingungen sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit einzelner Länder. Und das gilt selbstverständlich auch für Deutschland. 

Gönnt uns Machen statt Quatschen

Wenn wir die Gesundheit der Bevölkerung also nachhaltig verbessern wollen, dürfen wir uns nicht länger allein auf die Behandlung von Krankheiten konzentrieren. Entscheidend ist, die Ursachen gesundheitlicher Belastungen frühzeitig anzugehen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gesundes Leben erleichtern. Damit können wir das Gesundheitssystem stabil halten, die Gesundheit der Menschen im großen Stil verbessern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Unter folgendem Link können Sie sich user Impulspapier "Gönnt uns Gesundheit" downloaden.

Kontakt

Antonia Müller
Referentin Politik
Pflege, Prävention, Heil- und Hilfsmittel, Europa, UPD, Nachhaltigkeit und Klima

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