Agenturmeldungen

Kommission soll Angleichung von Arzt-Honoraren vorbereiten

07.02.2018

Berlin (dpa) - Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche
Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte
einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für
die gesetzliche und die private Krankenversicherung (GKV und PKV)
vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus
Verhandlungskreisen. Ob der von der SPD geforderte Schritt auch
realisiert werde, hänge auch von der Machbarkeit ab, hieß es.

Die SPD wollte unter anderem mit einer Angleichung der Honorare ein
Ende der «Zwei-Klassen-Medizin» in Deutschland einleiten. Nun bleibt
zunächst unklar, ob es tatsächlich zu gleichen Arzthonoraren kommt.

Die SPD verspricht sich von einer Honorarangleichung, dass
Privatpatienten beim Arzt nicht mehr bevorzugt werden und sich Ärzte
nicht länger vorzugsweise in Regionen mit vielen Privatpatienten
niederlassen. Derzeit löst ein Arzt mit vergleichbarer Leistung bei
einem Privatversicherten das Zweieinhalb- bis Dreifache des Honorars
im Vergleich zu einem gesetzlich Versicherten aus.

Eine komplette Angleichung ohne Abstriche für die Ärzte würde nach
Warnungen von Experten aber Mehrkosten für die gesetzlichen Kassen
verursachen. Die Rede ist von dadurch nötigen Beitragsanhebungen von
0,4 bis 0,6 Prozentpunkten. Da die Beiträge künftig wieder zu
gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt werden
sollen, könnte eine Umsetzung beider Vorhaben dennoch für die
Arbeitnehmer insgesamt zu einer Entlastung führen.

Für PKV und GKV bestehen zwei unterschiedliche Honorarsysteme (GOÄ
und EBM). Beide sind in Teilen veraltet, insbesondere für die GOÄ
laufen hinter den Kulissen seit langem Reformarbeiten.