Agenturmeldungen

Ärztepräsident für «kreative Lösungen» für Praxen auf dem Land

26.11.2019

Berlin (dpa) - Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat für «kreative
Lösungen» geworben, um dringend benötigte Hausärzte für ländliche
Gebiete zu gewinnen. «Man könnte darüber nachdenken, einen Teil der
Medizinstudienplätze nach Regionen mit einem besonderen Bedarf an
Ärztinnen und Ärzten zu verteilen», sagte der Bundesärztekammer-Chef
der Deutschen Presse-Agentur. Beispielsweise könnte ein bestimmter
Anteil der Plätze an Bewerber aus dem Hochsauerland, dem Bayerischen
Wald oder der Uckermark gehen - unabhängig vom Abiturnotenschnitt.

«Menschen, die selbst in der Region groß geworden sind, haben
vielleicht eher die Neigung, nach dem Studium dorthin
zurückzukehren», sagte Reinhardt. «Sie kennen und mögen die Region
und wissen, dass man dort gut leben kann.»

Vor allem in vielen dünn besiedelten Gebieten Deutschlands drohen in
den kommenden Jahren Probleme, weil sich oft nur schwer Nachfolger
für Praxen finden lassen. Reinhardt betonte: «Wichtig ist, angesichts
des wachsenden Mangels an Arztstunden nicht in Panik zu verfallen,
sondern die Herausforderungen ernsthaft anzugehen.» Erste Anreize bei
der Studienplatzvergabe gibt es bereits. Als erstes Land hat
Nordrhein-Westfalen eine «Landarztquote» eingeführt.