Agenturmeldungen

Ärztin appelliert an Kanzlerin Merkel: Abtreibungsrecht ändern

20.03.2018

Gießen (dpa) - Die wegen unerlaubter Werbung für
Schwangerschaftsabbrüche verurteilte Ärztin Kristina Hänel aus Gießen
hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für Änderungen
im Abtreibungsrecht einzusetzen. «Helfen Sie, die Debatte um den
§219a zu versachlichen», schrieb die Medizinerin in einem am Dienstag
veröffentlichten Brief an die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende Merkel.
Und weiter: «Ich möchte Sie dringend darum bitten, das
Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch
durchzusetzen»

Der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch verbietet Werbung für den
Abbruch von Schwangerschaften. Hänel hatte auf ihrer Webseite
Abtreibung als Leistung angeboten, das Amtsgericht Gießen sah darin
unerlaubte Werbung und verurteilte die Fachärztin für
Allgemeinmedizin Ende November zu 6000 Euro Strafe. Nach dem Urteil
entbrannte die Debatte neu, ob mehr Informationsrechte für Frauen
beim Thema Abtreibung erlaubt werden sollen. Hänel hat dazu auch
schon eine Petition mit mehr als 150 000 Unterstützern an den
Bundestag überreicht.