Agenturmeldungen

Ärztin überreicht Petition für Änderungen im Abtreibungsrecht

12.12.2017

Berlin/Gießen (dpa) - Die Gießener Ärztin Kristina Hänel hat eine

Petition mit mehr als 150 000 Unterstützern für Änderungen im

Abtreibungsrecht an Bundestagsabgeordnete überreicht. Die vor kurzem

wegen unerlaubter Werbung für Abtreibungen verurteilte Medizinerin

setzt sich dafür ein, dass Frauen ein stärkeres Informationsrecht

beim Thema Abtreibung bekommen. Nun sei die Politik gefordert, sagte

Hänel am Dienstag in Berlin nach Übergabe der Petition.

 

Der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch verbietet Werbung für den

Abbruch von Schwangerschaften. Aus Sicht von Hänel verhindert der

Paragraf, «dass sachliche Informationen, die medizinisch korrekt

sind, ins Netz gestellt werden».

 

Die Medizinerin hatte auf ihrer Webseite Abtreibung als Leistung

angeboten, das Amtsgericht Gießen sah darin unerlaubte Werbung und

verurteilte die 61-Jährige Ende November zu 6000 Euro Strafe. «Ich

fühle mich gar nicht schuldig, ich mache ja nichts Böses», sagte

Hänel der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf das Urteil. «Ich

helfe den Frauen.»

 

Der Fall hatte hitzige Debatten zwischen Unterstützern der Ärztin und

Frauenrechtlerinnen sowie Abtreibungsgegnern ausgelöst. «Dass die

Unterstützung so riesengroß geworden ist, zeigt ja nur, dass ich

einfach auf dem richtigen Weg bin», sagte Hänel.