Agenturmeldungen

Antibiotika-Resistenzen Ursache für 33 000 Tote in Europa jährlich

07.11.2018

Solna (dpa) - Etwa 33 000 Menschen sterben europaweit jährlich
infolge von Antibiotika-Resistenzen. Gegen die Bakterien, mit denen
sie infiziert sind, gibt es kein wirksames Antibiotikum mehr. Die
Zahl solcher Todesfälle steige seit 2007, zwischen einzelnen Ländern
gebe es teils erhebliche Unterschiede, berichtet eine internationale
Forschergruppe im Fachblatt «The Lancet Infectious Diseases». Sie
beziehen sich auf Daten eines europäischen Netzwerks zur Beobachtung
antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net).

Etwa drei viertel der Erkrankungen mit antibiotikaresistenten Keimen
entstünden in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des
Gesundheitssystems, berichten die Forscher weiter. In 39 Prozent der
betrachteten Fälle seien die Patienten mit einem Keim infiziert,
gegen den auch Reserve-Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Die
Behandlung einer Infektion ist dann nur noch schwer, teils gar nicht
mehr möglich.

Um die Situation zu verbessern, seien gemeinsame Anstrengungen nötig.
Antibiotika sollten nur dann verschrieben und eingenommen werden,
wenn sie wirklich nötig sind. Zudem müssten bestehende
Hygienevorschriften, vor allem in Krankenhäusern, eingehalten werden.
Schließlich brauche es mehr Forschung, um neue antibiotisch wirkende
Substanzen zu entwickeln.