Agenturmeldungen

Arbeitsgemeinschaft warnt vor Risiken bei mehreren Medikamenten

03.05.2017

Berlin (dpa) - Die Arbeitsgemeinschaft «Gesundheit 65 Plus» hat vor
den Risiken gewarnt, die insbesondere für ältere Menschen bei der
regelmäßigen Einnahme von mehreren Medikamenten gleichzeitig
entstehen. Dadurch könne der Behandlungserfolg gefährdet, die
Lebensqualität vermindert oder die Gefahr von Todesfällen steigen,
erklärte die Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch in Berlin. Zwischen drei
und sieben Prozent aller Krankenhauseinweisungen hätten als Ursache
unerwünschte Arzneimittelwirkungen, davon verliefen zwei Prozent
tödlich.
Dem Gesundheits- und Sozialsystem entstünden auf diese Weise
vermeidbare Folgeleistungen: stationäre oder ambulante Behandlung,
vermehrter Pflege- und Rehabedarf bis hin zu Frühverrentung.
Letztlich sei auch die Volkswirtschaft davon betroffen, hieß es.
Die Arbeitsgemeinschaft rief dazu auf, dass sich Ärzte und Apotheker
mit dem Medikationsmanagement intensiver auseinandersetzten. Zudem
müsse die Kooperation zwischen Ärzten, Apothekern, oder Pflegekräften
verbessert werden. Zudem sollten Softwareprogramme für dieses
Management besser genutzt werden.
Seit 1. Oktober vergangenen Jahres hat jeder gesetzlich versicherte
Patient, der drei oder mehr Arzneimittel einnehmen muss, Anspruch auf
einen Medikationsplan durch einen Arzt oder Apotheker. Hierin werden
alle Arzneimittel, die Patienten anwenden, mit Dosierungs- und
Einnahmehinweisen verständlich dokumentiert. Erstellung und
Aktualisierung sollen durch den Arzt erfolgen, der den Patienten
schwerpunktmäßig betreut - in der Regel sind das Hausärzte. Zunächst
wird der Medikationsplan auf Papier ausgestellt. Von 2018 an soll er
zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert
werden.