Agenturmeldungen

Babyboom in Deutschland - Geburten seltener per Kaiserschnitt

04.10.2017

Wiesbaden (dpa) - Der Babyboom in Deutschland hält an. In den
Krankenhäusern sind bundesweit das fünfte Jahr in Folge mehr Kinder
auf die Welt gekommen. 776 883 Säuglinge erblickten 2016 in einer
Klinik das Licht der Welt. Das waren 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr
und 18,7 Prozent mehr als vor fünf Jahren, wie das Statistische
Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Wie stark die Geburtenzahl in
Deutschland 2016 insgesamt gestiegen ist, steht aber noch nicht fest.

Sicher ist: «Wir rechnen mit deutlich mehr Geburten als 2015», sagte
Statistiker Reinhold Zahn. Rund 738 000 Neugeborene wurden 2015
gezählt. Wie hoch der Anteil der in den Krankenhäusern geborenen
Babys an allen Neugeborenen ist, erheben die Statistiker aber nicht.

Trotz eines Anstiegs der Krankenhaus-Entbindungen ist die
Kaiserschnittrate in den vergangenen fünf Jahren gesunken, von 32,3
auf 30,5 Prozent. Dabei gibt es aber erhebliche Unterschiede zwischen
den Bundesländern. Am höchsten war die Kaiserschnittrate im Saarland
(38,4 Prozent), am niedrigsten in Sachsen (23,8 Prozent).

Eine Saugglocke wurde bei 5,9 Prozent der Entbindungen eingesetzt,
eine Geburtszange sogar nur bei 0,4 Prozent. Die Zahl der 1951
Krankenhäuser mit Geburtsstation ist insgesamt weiter gesunken: 35,4
Prozent führen Entbindungen durch. 2015 waren es noch 36,2 Prozent.