Agenturmeldungen

Bildungsministerin will Impfungen in Schulen anbieten

29.04.2019

Berlin (dpa) - Impfungen sollten nach Ansicht von Bildungsministerin
Anja Karliczek (CDU) künftig auch in der Schule angeboten werden. Die
meisten Ungeimpften seien keine Impfgegner, die Hürden für eine
Impfung seien ihnen aber zu hoch, sagte die Ministerin der Deutschen
Presse-Agentur. Unabhängig von der diskutierten gesetzlichen
Impfpflicht müsse man hier ansetzen. «Wir sollten die Fakten besser
vermitteln und den Zugang zu Impfungen erleichtern, etwa durch
Impfungen in Schulen und Betrieben», sagte Karliczek. «Impfungen
gehören zu den großen wissenschaftlichen Errungenschaften der Medizin
und retten Leben.»

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereitet derzeit Vorschläge für
eine Impfpflicht vor, die im Mai vorgelegt werden sollen. Spahn hat
sich grundsätzlich für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in
Kitas und Schulen ausgesprochen. Masern sind hochansteckend und
können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen.

Nach Angaben des Deutschen Ethikrats sind fast die Hälfte aller an
Masern Erkrankten in Deutschland Erwachsene. Maßnahmen zur Erhöhung
der Impfquote müssten sich deshalb nicht nur an Kinder, sondern auch
an Erwachsene richten, forderte das Gremium, das Bundesregierung und
Bundestag berät. 97,1 Prozent der Kinder hätten bei der Einschulung
bereits die Erstimpfung gegen Masern - ein Problem sei die Quote bei
den Zweitimpfungen, die für einen kompletten Schutz wichtig sind.

Einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie im Auftrag der
EU-Kommission zufolge wissen viele Menschen zu wenig über das Impfen.
So nähmen 46 Prozent der Deutschen fälschlicherweise an, dass
Impfstoffe häufig ernste Nebenwirkungen hätten. 42 Prozent der
befragten Deutschen glaubten, eine Impfung könne genau die Krankheit
auslösen, vor der sie schützen soll.