Agenturmeldungen

Bischöfe fordern umfassende Aufklärung bei Organspenden

29.07.2015

Bonn (dpa) - Die katholische Deutsche Bischofskonferenz fordert mehr Aufklärung der Menschen über die Organspende. Es reiche nicht aus, «wenn die Bürger regelmäßig von ihrer Krankenversicherung angeschrieben und dazu aufgefordert werden, eine persönliche Entscheidung zur Spendenbereitschaft zu fällen», heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Orientierungshilfe der Glaubenskommission der Bischöfe. Potenzielle Organspender müssten ausführlich über alle Aspekte der medizinischen Behandlung vor, während und nach der Organentnahme informiert werden.

Besondere Verantwortung komme dabei Ärzten zu. Diese dürften nicht der Versuchung erliegen, «durch gezielte Beschränkungen der Aufklärung und eine Verschleierung bestimmter Details eine Erhöhung der Spendenbereitschaft herbeiführen zu wollen». Eine Organspende sei ein freiwilliger Akt der Nächstenliebe, der frei von jeglichem sozialem Druck bleiben solle. «Ungeachtet ihres großen Nutzens für Dritte besteht weder eine moralische Pflicht zur Organspende noch haben Kranke einen Rechtsanspruch auf den Erhalt eines fremden Organs.»

Nach Auffassung der Bischöfe ist der ärztlich festgestellte Hirntod nach heutigen Erkenntnissen das beste und sicherste Kriterium, um den Tod eines Menschen festzustellen. Die Bundesärztekammer hatte erst kürzlich die Regeln zur Feststellung des Hirntods verschärft.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation verzeichnet nach einem Tiefpunkt im vergangenen Jahr wieder eine leichte Zunahme der Organspenden. Von Januar bis Juni 2015 hätten 464 Menschen Organe gespendet, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 435 (ohne Lebendspender). Mehr als 10 000 Schwerkranke in Deutschland warten auf ein Spenderorgan.