Agenturmeldungen

DGB-Umfrage: Zwei von drei Arbeitnehmern gehen krank zur Arbeit

15.02.2018

Berlin (dpa) - Zwei Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland gehen

nach neuen Umfrage-Ergebnissen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)

krank zur Arbeit. Demnach gaben im vergangenen Jahr 67 Prozent der

Arbeitnehmer an, dass sie in den zwölf Monaten vor dem

Befragungszeitpunkt mindestens an einem Tag zur Arbeit gegangen sind,

obwohl sie sich richtig krank gefühlt haben, wie der DGB am

Donnerstag in Berlin mitteilte. Zuvor hatte die Zeitung «Die Welt»

(Donnerstag) darüber berichtet.

 

Jeder Dritte sagte, nie krank zur Arbeit gegangen zu sein. Ein

Fünftel der Befragten gab an, dies weniger als eine Woche getan zu

haben. 17 Prozent gingen ein bis zwei Wochen lang krank zur Arbeit.

29 Prozent arbeiteten demnach zwei Wochen oder länger, obwohl sie

krank waren. Die Zahlen sind eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute

Arbeit 2017, der im vergangenen November vorgestellt worden war. Die

Werte unterscheiden sich kaum von der Vorgängererhebung aus dem Jahr

2015.

 

Die «Welt» beleuchtete das Phänomen anlässlich der aktuellen

Grippesaison: «Hunderttausende (...) schleppen sich trotz Husten,

Schnupfen, Heiserkeit weiter ins Büro, in den Laden, in die Fabrik.»

Udo Buchholz, ein Infektionsepidemiologe am Robert-Koch-Institut,

sagte der Zeitung: «Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause,

wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig.» Denn

dann werde man schneller wieder gesund. «Und in den ersten beiden

Tagen ist man besonders ansteckend.»

 

Allerdings helfe das Auskurieren in den eigenen vier Wänden kaum, die

Ausbreitung von Erkältungsviren zu begrenzen. Zu Hause gebe es auch

Menschen, die man anstecken könne, sagte der Experte. Die Kontakte

dort seien in der Regel häufiger und enger als am Arbeitsplatz. «Im

Ergebnis hält sich das epidemiologisch vielleicht sogar die Waage.»