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Diabetes - und welche Rolle der Zucker spielt

13.11.2015

Düsseldorf (dpa) - Wer dauernd zu viel Zucker isst, bekommt Diabetes

- diese weit verbreitete Behauptung trifft nach Medizinerangaben definitiv nicht zu. Aber: Eine ungesunde Lebensweise mit zu hohem Zuckerkonsum, mangelnder Bewegung und Übergewicht ist ein Risikofaktor für Diabetes - genau genommen für die häufigste Diabetes-Form Typ 2. Hier einige Fakten zum Zucker und der Diskussion um eine «Zuckersteuer».

1. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass weniger als zehn Prozent der Nahrung freier Zucker sein sollen. Damit sind nicht nur zugesetzte Zucker gemeint, sondern auch die natürlich in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthaltenen. Wer mehr isst, erhöht das Risiko für Karies, Übergewicht und Fettleibigkeit.

2. Im Durchschnitt nehmen Deutsche knapp über 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich, pro Jahr ergibt das 36 Kilogramm. Das entspricht rund 22 Prozent der Nahrung - das Doppelte von dem, was die WHO und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten.

3. Nicht jedes Lebensmittel, das viel Zucker enthält, ist eine Süßigkeit. Die Verbraucherzentralen fanden in einer Studie Fleischsalat mit 6,5 g Zucker pro 100 Gramm, Krautsalat mit 12,3 g und Soßenbinder mit 31 g.

4. Zucker im Übermaß ist ungesund. Manche warnen vor der süßen Droge

- zumal Zucker in größeren Mengen auch in vielen Produkten für Kinder enthalten ist. Aus Medizin und Teilen der Politik kommt die Forderung, eine «Zuckersteuer» einzuführen, um damit etwa Süßwaren und übergewichtsfördernde Lebensmittel zu verteuern. Die Bevölkerungsmehrheit ist dagegen. 

5. Das Wort «Zucker» stammt vom Sanskrit-Wort «sarkara», das Geröll oder Kiesel bedeutet. Araber brachten das Zuckerrohr aus Indien in den Mittelmeerraum, von dort aus gelangte es über Italien nach Deutschland. Rüben werden erst seit dem 19. Jahrhundert für die industrielle Zuckergewinnung genutzt.