Agenturmeldungen

Ein Viertel mehr Herz-Operationen als vor zehn Jahren

27.09.2019

Schrittmacher, Bypass, künstliche Herzklappe: Mehr als 400 000 Mal
wurde 2018 in Deutschland ein Patient am Herzen operiert. Vor zehn
Jahren waren es deutlich weniger. Chirurgen sehen darin einen
Fortschritt.

Wiesbaden (dpa) - Immer mehr Patienten werden am Herzen operiert.
2018 wurden in deutschen Krankenhäusern 410 840 Eingriffe am Herzen
durchgeführt. Das waren rund 23 Prozent mehr Herzoperationen als vor
zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anlässlich des
Welt-Herz-Tages am Sonntag (29. September) mitteilte. Auf die
möglichen Ursachen des Anstiegs wurde nicht eingegangen.

Am häufigsten implantierten Ärzte einen
Herzschrittmacher/Defibrillator (127 113 Mal). An zweiter und dritter
Stelle lagen das Anlegen eines Bypasses (64 430 Eingriffe) sowie
Entfernung, Wechsel oder Korrektur eines
Herzschrittmachers/Defibrillators (60 586 Eingriffe). Sogenannte
minimalinvasive Operationen an Herzklappen wurden 35 877 Mal
durchgeführt. Dabei wird der Patient durch natürliche Öffnungen des
Körpers oder durch minimale Schnitte operiert. In weiteren 24 223
Fällen wurden Herzklappen durch Prothesen ersetzt.

Die Herzpatienten waren nach Angaben der Wiesbadener Statistiker zum
Zeitpunkt des Eingriffs durchschnittlich 71 Jahre alt. Knapp zwei
Drittel waren Männer. Im Mittel lagen sie für den Eingriff elf Tage
im Krankenhaus.

Herzchirurgen sehen die Zunahme positiv: Sie zeige, dass durch
Innovationen und den technischen Fortschritt heute Patienten besser
behandelt werden könnten als noch vor zehn Jahren, sagte der
Geschäftsführer der Gesellschaft, Andreas Beckmann. Das gelte
besonders für strukturelle Herzklappenerkrankungen sowie
Herzinsuffizienz und Herzrhythmuserkrankungen. Die Entwicklung
verlaufe aber nicht gleichförmig, die Zunahme erfolge nicht in allen
Bereichen, sagte Beckmann.