Agenturmeldungen

Einigung bei Klinikärzten - keine weiteren Krankenhaus-Streiks

22.05.2019

Monatelang haben die Ärzte der kommunalen Kliniken mit den
Arbeitgebern über mehr freie Wochenenden und eine bessere Bezahlung
gestritten. Jetzt gibt es eine Einigung.

Berlin (dpa) - Patienten der mehr als 500 kommunalen Krankenhäuser in
Deutschland müssen vorerst keine weiteren Ärztestreiks befürchten. In
den Tarifverhandlungen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) mit
den kommunalen Arbeitgeberverbänden (VKA) ist am Mittwoch nach mehr
als 24-stündigen Verhandlungen in Berlin eine Einigung erreicht
worden.  

Die rund 55 000 Ärzte bekommen rückwirkend zum 1. Januar 2019 2,5
Prozent mehr Geld. Die Gehälter steigen dann jeweils zum 1. Januar
2020 und 2021 noch einmal um 2 Prozent. Vereinbart wurde auch eine
korrekte elektronische Erfassung von Arbeitszeiten ab dem 1. Juli
dieses Jahres und eine Beschränkung von Wochenenddiensten. Die Ärzte
sollen ab 1. Januar 2020 mindestens zwei Wochenenden im Monat frei
haben. «Für den Marburger Bund ist das ein bemerkenswerter Erfolg
hartnäckiger Tarifarbeit», sagte der Vorsitzende des Marburger
Bundes, Rudolf Henke, in Berlin.

Der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen
Arbeitgeberverbände, Dirk Tenzer, sagte in Berlin, man sei bei den
Verhandlungen hart an die Grenze des Machbaren gegangen. «Das sind
erhebliche Belastungen für die Krankenhäuser, die erstmal verkraftet
werden müssen». Auf die Kliniken kommen demnach Zusatzkosten von rund
einer halben Milliarde Euro zu. Wegen der strengeren Auflagen für
Dienstzeiten wird nach Einschätzung der Arbeitgeber an einigen
Kliniken auch mehr Personal notwendig werden.

«Durch die neuen Regelungen bekommen wir in den Krankenhäusern aber
auch eine bessere Planbarkeit und Stabilität und Arbeitsbedingungen
für Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland mit die besten sind»,
sagte Tenzer der Deutschen Presse-Agentur. Die bessere Vereinbarkeit
von Beruf und Familie mache damit die kommunalen Kliniken auch als
Arbeitgeber attraktiver.

In dem monatelangen Tarifstreit hatten die Ärzte zuletzt mit
Warnstreiks ihre Forderungen untermauert. Teilweise mussten deswegen
Operationen verschoben werden. «Wir werden jetzt in den kommunalen
Krankenhäusern für mehr als zwei Jahre Ruhe haben», sagte
Marburger-Bund-Chef Henke. Solange soll die neu vereinbarte
Tarifregelung laufen.