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EKD-Ratschef warnt vor sozialem Druck bei Sterbehilfe

03.07.2015

Berlin (dpa) - In der Diskussion um die Sterbehilfe hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm vor einem «subtilen sozialen Druck» auf ältere Menschen gewarnt. «Ich möchte, dass niemals ein Mensch in diesem Land das Gefühl bekommt, sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass er noch leben will», sagte Bedford-Strohm am Donnerstag in Berlin. «Das Tötungstabu darf nicht aufgeweicht werden», betonte er beim Empfang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Vertreter von Parlament und Bundesregierung.

Bedford-Strom lobte die Bundestags-Debatte um Sterbehilfe. Auch in Medien und Landesparlamenten werde die Diskussion ernsthaft geführt. Unter den Zuhörern in der Französischen Friedrichstadtkirche waren Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Der Bundestag hatte sich am Donnerstag in erster Lesung mit den Gesetzentwürfen zur Sterbehilfe befasst. Die vier fraktionsübergreifenden Entwürfe zielen grundsätzlich darauf ab, geschäftsmäßig organisierte Sterbehilfe zu unterbinden.