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Ersatzkassen verlangen Finanzreform der Krankenversicherung

04.01.2016

Berlin (dpa) - Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat eine umfassende Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gefordert. «Eine Finanzreform der GKV ist für uns ein ganz wichtiges Projekt, und wir hoffen, dass die große Koalition das jetzt noch aufgreift», sagte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner der Deutschen Presse-Agentur. Spätestens in der kommenden Wahlperiode sollte das Thema angegangen werden.

Dabei seien für die Ersatzkassen drei Punkte wichtig. Erstens sollte man zur Beitragssatzautonomie zurückkehren. Das bedeute, dass die Verwaltungsräte der Krankenkassen selbst den Beitragssatz festlegen.

Auch sollten sich die Arbeitgeber wieder an den Kostensteigerungen für Gesundheit beteiligen. Damit wären beide Seiten an den Ausgabensteigerungen beteiligt. Das könnte dann zu einer gemeinsamen und damit intensiveren Diskussion «über sinnvolle und nicht sinnvolle Ausgaben führen», erläuterte Elsner.

«Und der dritte Punkt ist eine Finanzreform, die das Verhältnis der Krankenkassen untereinander betrifft», fügte die vdek-Chefin hinzu.

Der heutige Mechanismus des Risikostrukturausgleichs, der die Beitragsgelder zwischen den Krankenkassen verteilt, benachteilige die Ersatzkassen.

«Engagiert sich eine Kasse in der Prävention und verhindert, dass jemand etwa zum Diabetiker wird, bekommt die Kasse eher Geld abgezogen», sagte Elsner und fügte hinzu: «Wir haben konkrete Vorschläge in der Vorbereitung und wollen damit dann auch im kommenden Jahr in die politische Diskussion gehen.»