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Ersatzkassen verlangen weitere Reform des Arzneimittelmarktes

04.01.2016

Berlin (dpa) - Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat eine weitere Reform des Arzneimittelmarktes gefordert. «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wieso Therapien mit neuen Präparaten zum Beispiel für Hepatitis-C-Patienten über 100 000 Euro kosten», sagte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner der Deutschen Presse-Agentur.

Die hohen Arzneimittelpreise würden sich auch auf die Entwicklung der Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auswirken.

«Da erwarte ich mir schon für das Jahr 2016 noch ein Gesetzgebungsverfahren, das diese Themen aufgreift», sagte Elsner weiter. «Sorge bereiten mir die hohen Preise für patentgeschützte Arzneimittel. Ihr Umsatz ist auf 14,8 Milliarden Euro oder 44 Prozent der Arzneimittelausgaben gestiegen, obwohl sie nur 7 Prozent der Verordnungen ausmachen.»

Seit der 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelmarktreform (AMNOG) richten sich die Preise nach dem Zusatznutzen neuer Präparate gegenüber solchen, die schon auf dem Markt sind. Allerdings können die Pharmaunternehmen im ersten Jahr Preise nach eigenem Gutdünken nehmen, bis der Erstattungsbetrag zwischen Herstellern und GKV-Spitzenverband ausgehandelt ist.

Elsner sagte, das AMNOG funktioniere zwar, wenn es um die Bewertung des Zusatznutzen im Vergleich zu den etablierten Therapien gehe. Was nicht funktioniere, sei die Preisbildung insbesondere im ersten Jahr der Markteinführung eines Präparates. Das seien zum Teil «Mondpreise», die von den Kassen bezahlt werden müssten. Die Preise seien «allein bei den 250 umsatzstärksten Arzneimitteln 32 Prozent teurer als in den Niederlanden».