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Experte hält Organspende-System inzwischen für manipulationssicher

06.05.2015

Göttingen (dpa) - Nach dem Göttinger Organspende-Skandal hält der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Edgar Franke (SPD), das System inzwischen für weitgehend manipulationssicher.

Durch engmaschige Kontrollen der Transplantationszentren und ein Sechs-Augen-Prinzip seien individuelle Manipulationen, wie sie 2012 in Göttingen aufflogen, inzwischen weitgehend ausgeschlossen, sagte Franke dem Südwestrundfunk. Der Politiker warb für eine höhere Spendenbereitschaft und verwies darauf, dass auf der Warteliste für ein Spenderorgan derzeit im Schnitt pro Tag drei Patienten sterben würden.

Im Strafprozess um den Organspende-Skandal hatte das Landgericht Göttingen den angeklagten früheren Leiter der Transplantationsmedizin am Mittwoch freigesprochen. Der Arzt habe zwar gegen Richtlinien der Bundesärztekammer verstoßen und es habe Manipulationen gegeben, die nach moralischen Wertvorstellungen zu missbilligen seien. Diese Verstöße seien zur Tatzeit aber nicht strafbar gewesen, urteilte das Gericht. Der Arzt soll medizinische Daten manipuliert haben, damit seine Patienten bei der Vergabe von Spenderlebern bevorzugt wurden.