Agenturmeldungen

Experten fordern höhere Impfquote gegen Papillomviren

08.10.2019

Heidelberg (dpa) - Zum Schutz vor krebserregenden humanen
Papillomviren (HPV) müssen sich nach Überzeugung von Experten mehr
Jugendliche impfen lassen. Die im Vergleich der Industrieländer
geringe Impfquote von 31 Prozent (2015) bei den 15-Jährigen in
Deutschland müsse innerhalb der nächsten fünf Jahre auf mindestens 70
Prozent wachsen. Dies forderten Experten aus Gesundheitswesen,
Forschung und Politik am Dienstag als Ergebnis des «Runden Tisches
zur Ausrottung HPV-assoziierter Krebserkrankungen». Dazu hatte das
Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg eingeladen.

Die Impfung ist vor allem als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bei
Frauen bekannt, wird aber seit 2018 auch Jungen empfohlen. Die
Erreger werden vor allem sexuell übertragen. Bei den Jungen
verringert die Impfung die Wahrscheinlichkeit, an Anal-, Penis-,
Mund- und Rachenkrebs zu erkranken. Die Impfung wirkt am sichersten
vor dem ersten Sexualkontakt, wird aber von Experten auch danach noch
empfohlen.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland nach Berechnungen des
Krebsforschungszentrums etwa 7700 Menschen an Krebsarten erkrankt,
die auf eine HPV-Infektion zurückzuführen sind.